Rosemaries Geburtstag – Mit Ilse nach Brandenburg

Donnerstag, 10.09.2026

Ich hab Ilse versprochen, mit ihr zum 90. Geburtstag ihrer Cousine Rosemarie nach Brandenburg zu fahren. Im Frühjahr scheiterte das Ganze daran, dass Rosemarie einen Unfall hatte und im Krankenhaus gelegen hat. Jetzt wird nachgefeiert und wir sind unterwegs nach Leuengarten bei Lenzen an der Elbe. Wir fahren schon am Donnerstag. Die Feier ist zwar erst Sonntag, aber für die Strecke muss sich der Aufenthalt ja auch lohnen. Ilse verbringt ein paar Tage mit ihrer Cousine und ich schau mir ein wenig die weitere Umgebung an. So haben alle was davon.
Um 09:00 Uhr hole ich Ilse ab und wir starten ganz entspannt Richtung Nordost. Erst läuft alles super. Autobahn, wenig Verkehr, alles bestens. Bis dann irgendwann die Autobahn zu Ende ist und wir die letzten 130 km über Land müssen. Und das zieht sich! Vor allem, weil wir natürlich noch eine Baustelle umfahren müssen. Irgendwann hat man das Gefühl, man kommt überhaupt nicht mehr vorwärts. Aber irgendwann ist auch das geschafft. Gegen 17:00 Uhr kommen wir endlich an und die allgemeine Freude ist groß. Vor allem die beiden Cousinen freuen sich riesig, sich endlich wiederzusehen. Und allein das zu sehen – dafür hat sich die lange Anfahrt schon gelohnt.
Abends gehen wir noch gemeinsam essen und danach geht es zurück zu Xaver. Und der steht sensationell! Mitten in der Natur, Blick über die Felder und dazu ein kleiner See. Genau so muss ein Stellplatz aussehen. Ruhig, kein Verkehr, keine Häuser weit und breit. Ich glaube, besser kann man hier kaum stehen.

Freitag, 11.09.2026

Ein sehr schöner Morgen. Sonne, Ruhe und ein toller Blick übers Land. Als Erstes gemeinsames Frühstück und danach gehe ich mit Birgit ein Stück am See entlang. Es ist wirklich sehr schön hier. Und diese Ruhe … herrlich. Mittags fahre ich dann weiter. Ich will heute noch nach Tangermünde an der Elbe. Die Stadt soll eine richtig schöne historische Altstadt haben und außerdem beginnt heute das Burgfest. Also genau das Richtige für mich. Tangermünde liegt direkt an der Mündung der Tanger in die Elbe und hat eine wirklich beeindruckende Altstadt. Alte Fachwerkhäuser, Backsteingebäude, die Stadtmauer und natürlich die Burganlage hoch über der Elbe. Man merkt sofort, dass hier schon seit Jahrhunderten etwas los ist. Ich laufe erst einmal gemütlich durch die Altstadt und schaue mir alles an. Dann gehe ich was essen.Und als ich danach wieder um die Ecke laufe, schaut mich einer an und wir sagen fast gleichzeitig: „Wir kennen uns!“ ….. Martin! Aus Kelkheim. Der Martin, der damals Karsten nach dem Zusammentreffen mit Joachims Auto repariert hat. Er ist mit alten Freunden aus Okriftel hier. Unglaublich, die Welt ist ein Dorf!
Wir trinken zusammen noch was und erzählen ein bisschen. Nach einer guten Stunde trennen wir uns wieder. Ich ziehe weiter und am Marktplatz spielt inzwischen eine richtig gute Coverband. Da ist dann doch richtig was los und die Stimmung passt. Gegen 22:00 Uhr mache ich mich wieder auf den Weg zu Xaver.
Das war schön hier. Hat sich gelohnt.

Samstag, 12.09.2026

Nach dem Aufstehen gehe ich erst einmal in die Altstadt zum Bäcker. Brötchen holen und ein bisschen durch die noch ruhigen Straßen laufen. Gegen 10:00 Uhr breche ich auf.b vNachdem ich getankt habe, fahre ich weiter an der Elbe entlang bis Havelberg. Hier mündet die Havel in die Elbe. Havelberg selbst ist eine richtig alte Stadt und vor allem der Dom ist beeindruckend. Der steht oben auf dem Berg und man hat von dort einen schönen Blick über die Stadt und die Havel. Auch die Altstadt gefällt mir. Kleine Straßen, alte Häuser und viel Mittelalter. Ich gehe erst in den Dom, dann laufe ein bisschen durch die Altstadt und noch an die Elbe. Nach ungefähr zwei Stunden geht es weiter.
Nächstes Ziel: Werben an der Elbe. Werben ist die kleinste Hansestadt Deutschlands. Und klein ist sie wirklich! Aber irgendwie hat das auch seinen Reiz. Ein paar alte Häuser, kleine Straßen, die Kirche und viel Geschichte. Man ist allerdings ziemlich schnell durch. Auf dem Weg dorthin gibt es noch ein kleines Highlight. Ich überquere die Elbe mit einer Fähre. Und die funktioniert tatsächlich nur mit der Kraft des Wassers. In der Mitte der Elbe ist ein ungefähr 100 Meter langes Stahlseil gespannt, an dem die Fähre befestigt ist. Der Fährmann stellt das Ruder entsprechend und die Strömung der Elbe drückt die Fähre ans andere Ufer. Kein Motor. Nur Wasser, schon irgendwie cool!
Werben lasse ich dann allerdings doch relativ schnell hinter mir. Schön, aber eben auch sehr klein. Kurz durch die Altstadt und weiter.
Nächster Halt: Wittenberge. Das ist hier schon eine andere Hausnummer. Wittenberge liegt ebenfalls direkt an der Elbe und ist deutlich größer. Die Stadt war früher stark von der Industrie geprägt und das sieht man teilweise auch noch. Gleichzeitig gibt es eine schöne Altstadt und natürlich die Elbe direkt vor der Tür. Ich laufe ungefähr zwei Stunden durch die Stadt. Und dabei fällt mir etwas auf, was mich eigentlich schon den ganzen Tag begleitet: Es ist hier irgendwie leer. Egal, in welcher Stadt ich heute war, überall erstaunlich wenige Menschen. Keine Menschenmassen, keine vollen Cafés, keine großen Touristenströme. Ja, gestern in Tangermünde war richtig was los, aber da war ja auch Burgfest. Ansonsten eher leer …? Keine Ahnung, woran es liegt. Vielleicht ist einfach nicht die richtige Jahreszeit. Vielleicht ist das hier aber auch einfach so. Jedenfalls fällt es auf. Ich esse gemütlich zu Abend und fahre anschließend zurück nach Leuengarten.
Morgen ist die Feier!

Sonntag, 13.09.2026

Heute gibt es eine Kurzfassung.
Aufstehen. Gemeinsames Frühstück.Fertig machen.Abfahrt zum Landgasthof Bauer.
Und dann: 90. Geburtstag!
60 Gäste sind da und es wird richtig schön. Hervorragendes Essen, viele nette Leute und natürlich jede Menge neue Gesichter. Rosemarie mittendrin. Nach dem Unfall im Frühjahr ist es umso schöner, dass die Feier jetzt stattfinden kann. 90 Jahre muss man schließlich erst einmal schaffen! Wir verbringen einen schönen Tag zusammen und irgendwann ist auch die große Feier vorbei.
Abends sitzen wir noch ein bisschen zusammen, erzählen und lassen den Tag ausklingen. Dann ist Schluss.

Montag, 14.09.2026

Nach dem Frühstück unterhalten wir uns noch ein wenig, dann brechen wir auf Richtung Heimat. Gut sieben Stunden später bringe ich Ilse nach Hause und als ich dann Xaver in den Hof stelle, reicht es auch. Ich räume ihn noch aus. Morgen geht er zum Händler. Die Dieselheizung wird eingebaut. Hoffentlich klappt alles wie geplant.

Es war ein schöner Ausflug, allein die Freude über das Wiedersehen der beiden alten Damen ist jede Anstrengung wert gewesen und nebenbei habe ich noch ein Stück Brandenburg kennengelernt. Tangermünde, Havelberg, Werben, Wittenberge – alles Städte, die ich vorher nicht wirklich auf dem Zettel hatte.
Mit Birgit und Rolf ist eine Freundschaft entstanden. Und ich freue mich schon darauf, wenn wir uns wiedersehen.

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