Eigentlich war die Sommertour mit Xaver, dem neuen Wohnmobil, geplant, aber der lässt sich noch Zeit. Deshalb geht’s nochmal mit Karsten auf Tour. Da wir auch unter 100 Tkm bleiben sollen, verschiebt sich die geplante Spanien-Tour. Egal, machen wir ein andermal.
Diesen Sommer soll es jetzt mal eine ganz entspannte Tour werden. Erst mal in die Schweiz zu Simon, dann eventuell kurz zum Matterhorn. Im Anschluss drehen wir die Runde zum Lago di Cavedine und danach über Südtirol wieder zurück. Ein wenig Sightseeing, ein wenig Rennradtraining, ein wenig Wandern und sonst einfach mal Urlaub. Ich kann das auch … bestimmt … glaube ich … wir werden es sehen!
Die Entspannung beginnt schon beim Packen. Ich komme einfach nicht dazu! Erst muss ich noch kurzfristig alles für die Glasfaseranbindung zu Hause vorbereiten und dann komme ich auch noch auf die Idee, am Tag vor der Abreise den Hattersheimer Giro mitzufahren. Hat super viel Spaß gemacht, aber ich fange dann erst am Abreisetag an zu packen. Ganz entspannt … oder so ähnlich.
Der Tag beginnt mit zwei Körben Wäsche zusammenlegen und wegräumen, Sachen zusammensuchen und in Karsten räumen. Lebensmittel usw. verstauen, Räder verladen, die Wohnung klarschiff machen und dann, nachdem ich abgefahren bin, die üblichen zwei Mal zurückkommen und das Vergessene mitnehmen … also wie immer!
Bis ich bei Silke bin, ist es fast 16:00 Uhr. Dort essen wir eine Kleinigkeit und nachdem wir ihre restlichen Sachen verstaut haben, starten wir um 17:15 Uhr. Ich sag doch … ganz entspannt!
Wir kommen gegen 20:30 Uhr in Fischingen beim Weingut Fünfschilling an. Hier war ich beim letzten Andermatt-Besuch schon. Leider hat die Küche bereits geschlossen, aber da wir Brotnot haben, frage ich kurz nach und bekomme noch einige Scheiben sehr leckeres Bauernbrot, damit wir überleben können.
In der Nacht regnet es, aber am Dienstagmorgen ist das Wetter prima. Leider sind die Aussichten für die nächsten Tage nicht so prickelnd, aber was will man machen.
Ich gehe im Hofladen Brot kaufen und nach dem Frühstück schlendern wir gemeinsam durch den Laden und packen noch einige Leckereien ein.
Als Erstes fahren wir heute nach Lörrach. Wir wollen dort im Decathlon noch eine Jogginghose für mich kaufen, die ich vergessen habe. Hatte ich schon mal mit Steffen – da waren wir dann im Wertheim Village gelandet. Aber das macht nichts, wir haben ja Urlaub. Also schauen wir uns Lörrach noch ein wenig an.
Gegen 14:00 Uhr fahren wir weiter. Erst noch kurz tanken und dann auf in die Schweiz. Ich möchte mal einen anderen Weg nach Andermatt fahren: über Zürich und dann über den Klausenpass. Soll eine sehr schöne Strecke sein. Wenn man bei dem Regen etwas sehen könnte. 😩
Kurz vor der Passhöhe haben wir keine Lust mehr weiterzufahren und entdecken einen schönen Platz zum Übernachten. Trotz des Regens wird kurzerhand der Skotty-Grill aufgebaut und wenig später gibt es Gegrilltes.
Die Nacht ist für mich nicht so prickelnd. Gestern Abend ist noch ein Auto mit zwei Männern zu den beiden Wohnmobilen im hinteren Teil der Parkfläche gefahren und nach kurzer Zeit wieder zurück, direkt an Karsten vorbei. Das hat mir kein besonders gutes Bauchgefühl beschert.
Normalerweise fahre ich weiter, wenn mein Bauchgefühl nicht passt. Aber es ist so nebelig, dass das hier oben auch keine gute Idee gewesen wäre. Ist aber alles gut gegangen. In der Nacht sind mir zwar einige „komische Lichter“ aufgefallen, die gehörten bei genauerem Hinsehen aber zum nächstgelegenen Bauernhof.
Am Morgen ist der Nebel verschwunden und nach dem Frühstück fahren wir weiter zur Passhöhe. Erst noch eine faszinierende Landschaft, dann ist er wieder da – der Nebel. Mit 25 km/h fahren wir den Berg hinunter. Sichtweite etwa 20 Meter. Anstrengend und nicht schön. Das Wenige, was wir sehen können, verspricht allerdings viel. Ich muss hier nochmal bei besserem Wetter hin.
Am frühen Nachmittag kommen wir in Andermatt an. Die Nebelfahrt dauerte etwa 45 Minuten, danach war der Nebel weg. Als wir in Andermatt ankommen … Regen. 😩
Die Wetter-App sagt für heute ab 19:00 Uhr trocken und in der Nacht weiterhin Regen voraus. Naja, isso. Schau mer mal, wie es wird.
Als wir auf dem Weg zu Simon zum Kaffeetrinken durch Andermatt spazieren, findet gerade der Warenmarkt in den Straßen statt. Fast wie Alteburger 😜 – nur auf Schweizerisch.
Die Wettervorhersage stimmt. In der Nacht ergiebiger Regen und heute Morgen zur Abwechslung leichter Regen. Ich gehe Brötchen holen. Für später ist besseres Wetter angesagt und wenn nicht: Entspannung, ich kann das auch.😕!!
Eigentlich ist geplant, vor dem Frühstück eine kleine Joggingrunde zu laufen, aber wetterbedingt verschieben wir das auf später. Gegen 10:30 Uhr laufen wir los und als wir zurück sind, ist der blaue Himmel mitgekommen.
Nach kurzer Überlegung schlägt Silke vor, doch noch mit den Rädern eine Tour zu unternehmen. Ich betone ausdrücklich: „Silkes Vorschlag!“ Eine Stunde später radeln wir los in Richtung Oberalppass. Es ist Silkes erste Passfahrt mit dem Renn-/Gravelbike und angekommen gibt es erst mal das obligatorische Siegerfoto.
Danach schnell umziehen, es ist wirklich kalt hier oben. Ein Cappuccino im Passrestaurant und dann die Abfahrt. 1:08 h hoch und 13 Minuten runter.
An Karsten angekommen sitzen wir noch eine Weile in der warmen Sonne. Perfekt!
Zum Abendessen treffen wir uns mit Lea und Simon zu einer hervorragenden Pizza im Monopol.
Freitagmorgen, zur Abwechslung regnet es. Kein Problem, ich habe ja Entspannung geplant.
Nach dem Frühstück lesen, ein wenig schlafen und … und was jetzt? Ich gebe zu, bis 12:00 Uhr habe ich es ausgehalten, dann bin ich unruhig geworden. Das Wetter ist naja und gegen 15:00 Uhr soll es wieder leicht regnen. Aber Wandern ist ja kein Problem.
Wir haben uns eine Runde hoch zum Bätzberg/Wachhaus und dann über den Höhenweg bis Hospental und zurück ausgesucht. Die Tour startet … sehr steil. Eigentlich fast gerade den Berg hoch, in kurzen Serpentinen durch die Wiesen und später durch die Felsen bis zum ehemaligen Wachhaus des Militärs.
Hier oben stehen noch einige Gebäude und Reste aus der militärischen Vergangenheit.Schon sehenswert. An dieser Stelle teilt sich der Weg. Links geht es über den Höhenweg, rechts in die Schöllenenschlucht. Wir entscheiden uns für den rechten Weg und erleben spektakuläre Ausblicke ins Tal.
Unten angekommen werden wir Zeuge, wie zwei Autos auf der Gotthardstraße ineinander krachen. Einer der Fahrer ist wohl nach eigenen Aussagen eingeschlafen und auf die Gegenfahrbahn geraten. Glücklicherweise ist niemandem etwas passiert, aber so schnell kann es gehen.
Der weitere Weg führt direkt unter der Teufelsbrücke vorbei und dann geht es nach Hause zu Karsten.
Samstag … Sonnentag. Unglaublich! Gestern noch so ein armseliges Wetter und heute: sieben Sonnen. Ein wenig trübt sich der Tag, ich bekomme ein Gerstenkorn im rechten Auge. Bin mit den Augen etwas empfindlich und froh Augentropfen und Salbe dabei zu haben.
Nach dem Frühstück Räder satteln und auf geht’s zum Furkapass. Ca. 8 km Anfahrt und dann 1.000 hm am Stück nach oben. Anstrengend, aber sensationell. Neben der spektakulären Landschaft ist es hier auch ein wenig wie auf einem Autosalon: Ferrari, Lamborghini, Porsche, Bentley, Maserati und, und, und. Unglaublich, was da alles an einem vorbeifährt. DAs einzige was mich an der ganzen Auffahrt gestört hat sind die Motorradfahrer. Wenn es eng und gefährlich wurde dann durch diese. Sogar Silke, als Motorradfahrerin mit sehr viel Verständnis konnte nur noch den Kopf schütteln über soviel Rücksichtslosigkeit!!
Als wir oben ankommen, gibt es ein kurzes Siegerfoto und dann rollen wir knapp 3 km auf der anderen Seite den Berg hinunter bis zum berühmten Hotel Belvedere.
Kurz hinter dem Belvedere liegt der Rhonegletscher mit seiner Eishöhle. Wir wandern ein Stück und bestaunen die Reste der Grotte. Lange wird es diese wohl nicht mehr geben!
Nach einem Cappuccino fahren wir wieder hinauf zur Passhöhe und anschließend zurück zu Karsten. Das waren heute 46 km und 1.200 hm.
Abends treffen wir uns mit Simon im Gasthaus Ochsen und essen Käsefondue. Sehr lecker.
Der Plan war eigentlich, heute weiterzufahren. Aber da das Wetter super ist, bleiben wir noch einen Tag und nehmen den Gotthardpass in Angriff.
Kurz nachdem wir gestartet sind, funktioniert mein linker Schalthebel nicht mehr. Elektronische Schaltung … Batterie leer! Da fällt es mir wieder ein: Im Frühjahr war der rechte fällig und für den linken hatte ich gerade keine Knopfzelle mehr. Ich wollte mir direkt welche besorgen und den zweiten auch tauschen. Besorgt habe ich welche, getauscht … der gute Wille war da!
Glücklicherweise habe ich vor ein paar Tagen an einem Fahrradsensor vor dem Garmin die Batterie gewechselt. Also baue ich diese auf der Passhöhe wieder aus und setze sie in den Schalthebel ein. Perfekt, funktioniert! Man muss sich halt zu helfen wissen.
Oben auf dem Gotthard gibt es eine gegrillte Bratwurst und dann geht es zurück. Reicht für heute!
Die Abfahrt ist noch recht spannend. Erst viel Kopfsteinpflaster und dann teilweise sehr starker Wind von vorne und von der Seite. Das hat uns noch einiges abverlangt. Am Nachmittag gehen wir dann kurz vor’s Raddison. Dort ist heute Nachmittag Musikfest…Naja nicht so unsere Musik und so laufen wir dann ein wenig umher. Später essen wir im Sternen noch zu Abend und lassen den Tag gemütlich ausklingen.













