Skandinavien / Baltikum 8.Woche

23.06.2025

Leider hat das sonnige Wetter von gestern Nachmittag/Abend/Nacht nicht gehalten. Nachdem ich mit dem Schweizern Mirella und Joel noch einen Kaffee getrunken habe, geht’s weiter entlang der Landschaftsroute nach Havøysund. Vor zwei Jahren bin ich schon einige dieser norwegischen Panoramastraßen gefahren – das Prädikat ist wirklich gerechtfertigt, alle sehr schön! So auch diese, auf der einen Seite der Straße der blaue Fjord, auf der anderen schroffe Felsen und Steilklippen. Dann geht’s hoch übers Fjäll und schließlich über die Brücke auf die Insel nach Havøysund.

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das ist eine Toilette am Strassenrand

Die Kleinstadt (sehr klein!) mit ihrem Hafen – sagen wir mal: typisch skandinavisch und recht überschaubar – ist schnell besichtigt. Auf einem Hügel steht ein Gebäude mit einer Kunstinstallation: zwei jeweils knapp 5t schwere Glaskörper, untergebracht in einem Raum aus aufgestapelten Torfballen.

„Die großen, farbigen Glasobjekte in ihrem puristischen Wächterhäuschen bilden einen meditativen Kontrast zur rauen Arktis und erzählen von Licht, Stille und Gigantismus.“

Ist tatsächlich so – der Raum strahlt eine spürbare Ruhe aus. Ich bin recht beeindruckt.

Als ich mit Karsten wieder zurückfahren will, fällt mir ein Schild auf: „Arctic View + Café“. Warum nicht? Das nehm ich noch mit! Es geht den Berg rauf – eine Schotterpiste, dann auf der anderen Seite wieder runter bis zu den Steilklippen. Und da ist es: ein sensationell in die Felsen gebautes Gebäude mit großer Glasfront und unglaublichem Blick über die vorgelagerten Inseln in der Barentssee. Nach einem sehr guten Kaffee fahre ich weiter – unterwegs komme ich noch an einem großen Mittsommerfeuer vorbei. Während ich das Treiben so anschaue, gehen ein paar Leute im Fjord baden … 7°C und starker Wind! Wahrscheinlich Wikinger!!

Um 19:30 Uhr bin ich wieder an dem Stellplatz von gestern. Ich bleibe einfach nochmal – ist doch prima hier!

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Arctic View Cafe'
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Mittsommerfeuer

24.06.2025

Für heute hab ich nur die Fahrt nach Alta geplant. Gegen 11:00 fahre ich los, ca. 30min später habe ich Karsten schon wieder geparkt und wandere durch interessant geformte Felsgruppen am Fjord entlang. Sieht aus wie auf einer anderen Welt…..🪐…..

Nach gut einer Stunde fahre ich weiter und jetzt wirklich bis Alta. Hier ist gibt es eine Tankstelle die auch LPG anbietet und ich fülle alles an Karsten wieder auf. Gas, Diesel, Adblue und Wasser.

Ich verbringe die Nacht auf dem Campingplatz Alta-River. Ich wasche nochmal Wäsche 🧺und gehe in die Sauna🥵. Die Abkühlung erfolgt im Alta-Fluss, der kommt aus den Bergen und ich glaube fest – da schwimmt noch Eis mit…..🥶. Morgen mach ich einen Gemütlichen und am Abend hole ich Silke am Flughafen ✈️ ab.

25.06.2025 Hausputz, Kultur und romantische Candlelight Mitternachtswanderung

Da ich heute sonst nichts weiter vorhabe, ist nach dem Frühstück erst mal Haus- (bzw. Karsten-)putz angesagt. Silke kommt heute … 😜
Auch in der Heckgarage habe ich ein paar kleine Reparaturen zu erledigen, und so fahre ich erst gegen 12:30 Uhr los zum Alta Museum.

Das Alta Museum verbindet Naturgeschichte mit Einblicken in Jahrtausende alte Lebenswelten – es zeigt die größte Freiluft-Felskunstausstellung Nordeuropas und ist seit 1985 UNESCO-Weltkulturerbe.

Es ist wirklich hochinteressant: erst die Ausstellung im Museumsgebäude, dann geht es über etwa 4 km lange Bohlenwege durch das Gelände. Ein toller Audioguide erklärt alles sehr ausführlich, und ein Begleitheft zeigt Dinge, die ich sonst glatt übersehen hätte 😝.

Zwischendurch bekomme ich immer wieder Statusmeldungen von Silke zu ihren Flügen. Sie baut noch ein wenig Spannung auf, indem sie beinahe ihren Anschlussflug verpasst – sie war auf dem Weg zum falschen Terminal in Oslo. In letzter Minute wird sie noch an Bord gelassen, obwohl das Gate offiziell schon geschlossen war!!

Gegen 17:00 Uhr bin ich zurück in Alta – als Erstes gehe ich zum Friseur 💇🏻‍♂️ … war wirklich nötig! Danach laufe ich noch ein bisschen durchs Einkaufszentrum und fahre anschließend zum Übernachtungsplatz – da standen wir vor zwei Jahren schon mal!

Zum Abendessen gibt’s – da mir die Zeit fürs Kochen etwas knapp wird – eine von Schneiders Notrationen, der Fleischbällchentopf.

Pünktlich stehe ich am Flughafen, und um 21:30 Uhr steigt Silke dann erleichtert in Karsten ein. Schön, nicht mehr allein unterwegs zu sein‼️

Kurz nachdem wir am Übernachtungsplatz angekommen sind, will Silke sich noch etwas die Beine vertreten. Wir laufen also ein Stück in den Naturpark rein – so der Plan. Das Ergebnis: eine 9 km lange Wanderung bis hoch auf den Gipfel des Borras-Vestre. Dort waren wir 2023 an unserem letzten gemeinsamen Norwegentag. Inzwischen gibt es oben eine tolle Schutzhütte, und wir genießen das fantastische Panorama im Kerzenschein – um Mitternacht. Das ist mal Romantik!

Nebenbei bemerkt: Es ist natürlich rundherum taghell.
Um 01:30 Uhr sind wir zurück in Karsten – für heute hatten wir dann doch genug Programm.

26.06.2025 Disk-Golf und der bewegte Rentierburger

Nachdem wir gestern – oder besser gesagt heute früh – erst spät ins Bett gekommen sind, schlafen wir erstmal etwas länger und lassen den Tag gemütlich angehen. In Aronnes, etwa 6km von unserem Stellplatz entfernt, gibt es eine Discgolf-Anlage – und wie ich Silke ja schon „angedroht“ hatte, wollen wir das heute mal ausprobieren.

Der Einstieg ist etwas holprig, da die ersten Bahnen gerade einer Baustelle zum Opfer gefallen sind. Aber egal, wir haben richtig Spaß! Ich bin so beschäftigt, dass ich nicht mal zum Fotografieren komme. Ehrlich gesagt ist die Anlage ziemlich anspruchsvoll – sie führt mitten durch den Wald, und für blutige Anfänger sind Bäume im Weg eine echte Herausforderung. Der Motivation tut das aber keinen Abbruch. Machen wir bei Gelegenheit auf jeden Fall wieder! Nebenbei läuft man dabei nicht wenig durch das Gelände.

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Nordlichtkathedrale - die Außenverkleidung sind Platten aus Titan 💰

Am Nachmittag bummeln wir noch ein bisschen durch Alta und gönnen uns Rentierburger – sehr lecker!

Zurück am Stellplatz wollen wir den Burger noch etwas bewegen und drehen eine kleine Runde. „Da vorne gleich links um den See herum“ war der Plan – aber es ging erstmal nicht links ab. Und so wurden es am Ende doch nochmal gut 6km. 🤷🏻‍♂️

27.06.2025 Kommunikationsstress und 1200 Stufen ans Ende der Welt

Nach dem Frühstück brechen wir auf. Nächstes Ziel? Noch nicht ganz klar – entweder Reisa-Nationalpark oder direkt weiter Richtung Tromsø. Erst mal geht’s aber nach Alta-Stadt: Silkes Handy verbindet sich seit gestern Abend nicht mehr mit dem Netz – und ohne ist’s halt schlecht.
Wir vermuten ein Kontaktproblem mit der SIM-Karte – ihr ist das Telefon gestern mal kurz runtergefallen. Leider habe ich kein Werkzeug, um die Karte rauszunehmen, aber ich weiß, wo ein Telefonladen ist. Der Mitarbeiter dort ist super. Er probiert alles, steckt auch eine Prepaid-Karte von sich ins Telefon – und siehe da: mit der norwegischen Karte funktioniert alles. Es liegt also an Silkes SIM.
Ein kurzer Anruf beim Anbieter bringt Klarheit: Seit gestern gibt es Serverprobleme – vor allem im Ausland geht nichts mehr! Das beruhigt, und wir verabschieden uns dankend vom Handyman – der uns vorher noch schnell das Menü wieder auf Deutsch stellt. Deutlich einfacher so!

Jetzt aber los! Den Reisa-Nationalpark streichen wir – liegt doch gut zwei Stunden abseits der Route. Nach knapp zwei Stunden entdecke ich den Fusselfossen – einen Wasserfall, an dem ich vor zwei Jahren schon mal war. Eine kurze, knackige Wanderung. Im oberen Drittel liegt diesmal noch Schnee – ganz anderes Bild als damals, da war ich einen Monat später hier.
Wir kommen nicht ganz bis an den Wasserfall heran, aber es ist trotzdem sensationell: Das Wasser stürzt in ein Schnee- und Eisfeld und taucht viel weiter unten wieder auf. Das ist Norwegen! Am Ende waren es knapp 4km mit immerhin fast 300hm – wie gesagt: kurz und knackig.

Weiter geht’s bis zur Fähre in Olderdalen. Wir warten keine 15 Minuten – schon sind wir an Bord und überqueren den Lyngenfjord. Glück muss man haben!
Als wir auf der anderen Seite ankommen, entdeckt Silke noch eine schöne 5–6km-Wanderung. Perfekt für ihre Schritt-Challenge. Ich hätte mir wohl besser überlegen sollen, was „Sherpa-Treppe“ bedeutet…eigentlich weiß ich es ja🤦🏻‍♂️
Es beginnt harmlos, ein kurzer steiler Anstieg – und dann: die Sherpa-Treppe. 1.200 Stufen. Senkrecht. Nach 300 Stufen sind wir an der Grenze zur Atemnot.🥵
Silke meint, wenn sie solche Geräusche im Hausnotruf hört, ruft sie sofort den Rettungsdienst! Nach 500 Stufen überholt uns ein älterer Herr. Als er später wieder entgegenkommt, erzählt er, dass er 77 ist und die Strecke mindestens zweimal täglich läuft. Deprimierend

Oben angekommen stehen wir an „Verdens Ende“, dem „Ende der Welt“. Dort gibt es eine kleine Schutzhütte mit Feuerstelle – und einen Wahnsinnsblick über Fjorde und Gebirge.

Zurück bei Karsten: 6km Runde, knapp 470hm, und es ist nach 22:00 Uhr. 15 Minuten später stehen wir an einem schönen Stellplatz – und essen erst mal gemütlich zu Abend. Für heute reicht’s!

28.06.2025 Fährhopping, Eisessen in Tromsö und der Bruder von Karsten

Kaiserwetter! Da wir die Fähre nehmen wollen, fahren wir erst mal die 5km bis zum Fährableger. Frühstücken können wir ja während der Wartezeit. Ok – sieben Minuten sind zu knapp für ein Frühstück. Kaum angekommen, sind wir auch schon auf der Fähre. Dann eben Frühstück auf der anderen Seite des Fjords.

Gegen Mittag erreichen wir Tromsø. Die Wanderung zum Aussichtspunkt – Sherpa-Treppa – sparen wir uns. Irgendwie zwicken die Beine. 🤷🏻‍♂️ Wir schlendern gemütlich durch die Stadt, und es gibt das erste Eis der Reise. 🍦

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Tromsö

Gegen 17:00 Uhr verlassen wir Tromsø wieder und fahren weiter zur nächsten Fähre nach Senja (Fährhopping!). Am Anleger haben wir eine Stunde Zeit – genug für mich, um Ingo aus Hannover kennenzulernen. Er fährt den „Bruder“ von Karsten und hat einige interessante Umbauten gemacht … man ist ja nie fertig.🤦🏻‍♂️

Auf Senja angekommen, fahren wir noch ein Stück weiter und suchen dann einen Übernachtungsplatz. Nach dem Abendessen gehen Silke und ich noch eine kleine (dieses Mal bleibt es dabei!) Runde.

29.06.2025 Eine unglaubliche Wanderung auf den Hesten

Heute steht die Wanderung auf den Hesten auf dem Plan. Wir schließen uns mit den Hannoveranern Ingo und Jenny zusammen und fahren gemeinsam nach Fjordgård – das spart Parkgebühren. Von dort startet die Wanderroute: nur knapp 2,5km bis zum Gipfel, aber mit rund 450hm. Und die haben es in sich!

Oben am Grat angekommen, bleiben die meisten von uns in respektvollem Abstand – es geht gute 450m senkrecht in den Fjord hinunter. Ein unglaubliches Bild.

Von hier aus führt der Weg weiter über den Hesten, aber das wird ab jetzt eher eine Kletterpartie. Für mich ein klares Nein – ja, ich kann auch vernünftig sein!

Es macht Spaß mit Jenny und Ingo. Unterwegs gibt es einiges zu erzählen, und die Zeit vergeht wie im Flug. Gegen 16:00 Uhr sind wir zurück am Stellplatz von gestern Nacht. Wir verabschieden uns – die beiden fahren schon weiter. Wir hingegen suchen uns einen Platz für die Nacht, denn morgen steht noch eine weitere Tour auf Senja an.

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