02.06.2025 Ausgebremst
Um 11:00 Uhr bekomme ich die Adresse einer Autowerkstatt. Man erwartet mich dort zum Check, was Sache ist. Auf der Fahrt zur Werkstatt benimmt sich Karsten vorbildlich. Kein Quietschen, nichts. Es dauert ein wenig, bis ich sie gefunden habe – als das Navi sagt: Sie haben Ihr Ziel erreicht, ist da außer Wald nur Wald. Nach zwei weiteren Kurven – die hier schon ein gutes Stück auseinanderliegen können – tauchen links ein paar Gebäude auf. Gefunden!
Die Mechaniker sind super: freundlich und absolut hilfsbereit. Karsten ist so freundlich, beim ersten Test ausgiebig zu quietschen, sodass das Problem gleich hörbar ist. Nach einiger Zeit kristallisiert sich der Keilriemen heraus, der die Lichtmaschine antreibt. Die Batterie wird ungleichmäßig geladen. Da fällt mir ein, dass ich unterwegs in Polen mal kurz eine Fehlermeldung in meiner Batterieanzeige hatte – die aber kurz darauf wieder verschwunden war. Anscheinend hat der Riemen ein Problem, es wird ein neuer bestellt und morgen Mittag ausgetauscht.
Ärgerlich nur: Der Keilriemen wurde erst Anfang April gewechselt – vielleicht ein Materialproblem. Egal, lohnt sich jetzt nicht, darüber den Kopf zu zerbrechen. Kläre ich zu Hause.
Gegen 13:00 Uhr bin ich wieder zurück am Campingplatz. Als ich im Office noch eine Nacht verlängere, werde ich herzlich zum Mittagessen eingeladen. Es gibt hausgemachte karelische Fischsuppe! Es wäre sehr unfreundlich, abzulehnen – und so esse ich todesverachtend eine Portion… und überlebe entgegen aller Erwartungen. Um allen Nachfragen zuvorzukommen: Es war ok – aber nichts, was ich brauche. 😅
Das Wetter ist gut, also nutze ich den Nachmittag und fahre mit dem Kajak auf den See hinaus. Vom Wasser aus sieht die Landschaft wunderschön aus und ich genieße den Moment. Nach einer Weile frischt der Wind ordentlich auf, und es wird mühsam, gegen Wind und die nun teils großen Wellen anzufahren. Nach gut einer Stunde lande ich wieder am Steg an und packe das Boot, nachdem es getrocknet ist, wieder ein.
Währenddessen kommen neue Campingplatzgäste an den Steg und bauen ein altes Holzsteckkajak aus DDR-Zeiten auf. Fasziniert schaue ich eine Weile zu – tolles System, das hält alles und hat an einem sechs Meter langen Kajak vielleicht acht Schrauben.
Ich nutze die Zeit und die Waschmaschine des Platzes – und habe am Abend auch keine Schmutzwäsche mehr. Auch was wert!
Aber die heutige Challenge geht noch weiter: Vom Markt haben wir – Tobi, Svenja und ich – karelische Piroggen (Karjalanpiirakka) mitgebracht bekommen und uns fürs Abendessen verabredet. Die beiden waren kurz angeln und haben einen 75 cm langen Hecht gefangen, den es dazu gibt. Da muss ich durch! Die Piroggen waren super, der Hecht – siehe oben. 😬
Den Tag beende ich noch einmal mit zwei Gängen in der Blockhaussauna und zwei Runden im See.
03.06.2025 Werkstatt und Nationalpark
Gezwungenermaßen lasse ich es heute ganz gemütlich angehen, hab ja den Termin in der Werkstatt erst um 14:00 Uhr. Etwas aufräumen, gemütlich frühstücken – und was so kommt. Kurz nach 11:00 Uhr verabschieden sich Tobi und Svenja. Wir werden uns bestimmt bald wiedersehen, haben wir doch jetzt erst mal ein Stück die gleiche Route.
Gegen 13:00 Uhr verabschiede ich mich auch und fahre gemütlich zur Werkstatt. Alles ist bereit, und nachdem Karsten auf der Hebebühne steht, geht es los. Die alten Keilriemen sind schnell runter, aber beim Vergleich der neuen und alten Riemen zeigt sich ein Problem – ein Riemen ist zu kurz. Oha, was nun?
Nach langem Hin und Her zeigt sich: Einer der alten Riemen muss wieder eingebaut werden. Nachdem Juha – der Mechaniker – den Riemen remontiert hat, passt plötzlich die Riemenspannung. Der Monteur in der Werkstatt Anfang April hat den Riemen wohl nicht in der richtigen Richtung eingelegt, sodass der Keilriemenspanner nicht richtig arbeiten konnte. Egal, kläre ich, wenn ich zurück bin.
Nachdem alles fertig ist, fahre ich weiter. Kurz noch in Ilomantsi einkaufen und dann weiter nach Norden – nächstes Etappenziel: der Patvinsuo-Nationalpark.
Als ich gegen 18:00 Uhr ankomme, steht da schon Lotta. Wie gesagt, wir haben ein Stück weit die gleiche Route. Nach kurzem Hallo gehen Tobi und Svenja die Gegend erkunden, und ich mach mich erst mal fertig – ich will auch noch mal ein Stück laufen.
Nach etwa 100 m kommen die zwei mir entgegen, und nach kurzem PowWow gehen wir gemeinsam eine Runde durch das Moor- und Sumpfgebiet des Nationalparks. Nach knapp drei Stunden sind wir zurück, eine schöne und auch fordernde Wanderung mit 11,5km Länge. Ich merke deutlich das wir nach Norden kommen, es ist um 22:00 Uhr noch Taghell.
Egal in welchem Nationalpark in Skandinavien ich bis jetzt war, alle waren sie Natur pur, wunderschön und irgendwie einzigartig.
Übrigens – von den „Big Five“ Finnlands, die hier leben sollen – Bär, Wolf, Luchs, Vielfraß und Elch – hab ich nur einen gesehen, und das war der Vielfraß im Spiegel beim Zähneputzen…
04.06.2025 Grenzerfahrungen
Bestes Wetter heute. Gestern habe ich in der Nähe meines Übernachtungsplatzes einen kleinen Sandstrand entdeckt – und da die Sonne scheint, geht es erst mal zum Baden. Traumhafte Kulisse: Sandstrand, eine Saunahütte mit Sitzbank und Ruhe. Hier ist sonst niemand. Nachdem ich einige Minuten schwimmen war – ja, nur einige wenige, es ist eher nicht warm –, sitze ich noch eine Weile in der Sonne zum Trocknen und gehe anschließend zurück zum Frühstück.
Ich verabschiede mich von Tobi, Svenja ist auf Fototour, und fahre weiter. Mein nächstes Ziel ist die Huskiefarm Eräkesus. Vorher fahre ich aber noch an die russische Grenzlinie. Ca. 13 km hinter der Farm endet die Straße an einem Schlagbaum und einem Warn- und Verbotsschild. Es ist niemand hier, aber irgendwie komme ich mir beobachtet vor – irgendwie unheimlich!
Ich fahre zur Huskiefarm und werde dort sehr herzlich begrüßt. Julian zeigt mir das Gelände, und Karsten darf direkt am See und neben der Sauna stehen. Heute Abend geht’s in die Sauna – und morgen … schau mer mal!
05.06.2025 Spaziergang mit Begleitung und Abenteuer mit Susie
Um 09:00 Uhr ist Frühstücksbuffet in der Lodge der Farm. Da es auch mal ganz schön ist, nicht allein zu frühstücken, hab ich mich dazu auch angemeldet. Eigentlich wollte ich bis morgen bleiben, aber da das Wetter nicht so schön ist, hab ich wenig Argumente, um meine innere Rastlosigkeit zu überreden 🤷🏻♂️.
Ich gehe auf eine kurze Wanderrunde und werde gefragt, ob ich nicht vierbeinige Begleitung mitnehmen wolle – hier wären doch einige, die gerne etwas laufen würden. So gehe ich also mit Finnja eine Stunde durch den angrenzenden Wald und am See entlang.
Als ich den Huskie wieder am Zwinger abgebe, erklärt mir Beate, wie das mit den Hundeschlitten, dem Training und allgemein so abläuft. Sehr interessant – bestimmt super hier in der Winterzeit, wenn du dich hier einbuchst und auch selbst mit dem Hundeschlitten fahren kannst.
Gegen 14:30 Uhr verabschiede ich mich wieder, gebe die neuen Zielkoordinaten ins Navi ein und fahre weiter zum Finnisch-Russischen Freundschaftspark.
Unterwegs stoppe ich noch an einem Freilichtmuseum zum Stellungskrieg der Finnen gegen die Sowjetunion 1939/40.
Als wir – Karsten und ich – etwa 15 km vor dem Ziel sind, geht wohl die Abenteuerlust mit Susie, der Dame im Navi, durch. Die nächste rechts – und Schotterpiste. Erst mal nichts Außergewöhnliches, aber gewinnt mit der Zeit an Qualität. Steile Rampen hoch und runter – und immer weiter. Wenden ist nicht möglich, und so langsam breitet sich ein – sagen wir mal – ungutes Bauchgefühl aus 🤔.
Als wir am Ziel ankommen, ist da außer einem Schild: nichts. Ok, ich vergleiche noch kurz die Fotos, die ich im Netz gefunden habe, mit den Örtlichkeiten – wir sind richtig! Dann mal los. Ich wandere ein wenig durch das Gebiet – es ist wirklich sehr schön hier, aber das Wetter kippt mehr und mehr. Es wird stürmisch.
Da ich an der Informationstafel eine Info übersetzt habe, dass ein Teil der Zufahrtswege wegen Windbruch gesperrt und der Rückweg doch ziemlich abenteuerlich ist, kommt mein Bauchgefühl wieder hoch – und ich entscheide, nicht hier zu bleiben.
Auf Park4Night finde ich schnell einen Übernachtungsplatz, und nachdem Susie die Koordinaten hat, fahren wir los. An der ersten Kreuzung biegt sie anders ab – und nach gut 10 Min sind wir, ganz entspannt, wieder auf der Straße. Wir hätten nur wenige Kilometer auf der Straße weiterfahren müssen – Susie, wir müssen reden!!
06.06.2024 Geschichte, Gestalten und eine „leichte“ MTB Tour
Nach dem Frühstück packe ich zusammen und starte Richtung Norden – Ziel ist der Hossa-Nationalpark.
Unterwegs halte ich an einer Gedenkstätte zum Winterkrieg 1939/1940. Im tiefsten Winter 1939 beginnt der sogenannte Winterkrieg: Die Sowjetunion marschiert in Finnland ein – und trifft auf erbitterten Widerstand. Trotz völlig unterlegener Ausrüstung, frierender Soldaten und Schnee bis zum Hals leisten die Finnen 105 Tage lang tapfer Widerstand.
Mit Skiern, weißen Tarnanzügen und genialen Taktiken setzen sie dem übermächtigen Gegner ordentlich zu. Am Ende muss Finnland zwar Teile seines Ostens abtreten, bleibt aber unabhängig – ein historischer Kraftakt, der noch heute tief in der finnischen Identität verankert ist.
Überall im Land sind Spuren des Winterkriegs: Museen, Gedenkorte und Gedenktafeln.
Danach fahre ich weiter – und komme zum Stillen Volk. Mitten auf einem Feld in der finnischen Einsamkeit stehen sie einfach da. Hunderte. Still. Regungslos. Und irgendwie ziemlich seltsam: das Stille Volk – direkt an der Straße zwischen Suomussalmi und Kuusamo.
Es sind ca. 1000 Gestelle mit Köpfen aus Torf, die alle in eine Richtung schauen. Zweimal im Jahr werden sie von einem Verein aus dem Nachbardorf passend zur Jahreszeit eingekleidet.
Ich trinke im zugehörigen Café eine Tasse Kaffee und esse einen sehr leckeren Pfannkuchen vom Holzofen – sehr lecker!
Danach geht’s über scheinbar endlos gerade und wellige Straßen durch die finnischen Wälder zum Hossa-Nationalpark. Leider hat das Besucherzentrum schon geschlossen, als ich ankomme da geh ich dann halt morgen hin.
Auf Komoot finde ich eine Mountainbike-Tour. Aber erst muß ich, nachdem ich das Rad vom Träger genommen habe, es erst mal reinigen und ölen – hinten auf Karsten bekommt es unterwegs doch schon einiges ab.🤦🏻♂️ und wieder, wie vor zwei Jahern, einmal ärgere ich mich das ich die Handyhalterung für das Bike nicht mitgenommen habe. Erleichtert das Navigieren doch wenn man eine mit hat!! Und dann: eine sensationelle Tour. Knapp 15 km nur Pfade und Wurzelwege. Die Einstufung „leicht“ möchte ich allerdings zur Diskussion stellen. Ich hatte mehrere Tragestrecken und technisch war die Tour auch nicht ohne! Hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Unterwegs hab ich noch zwei Finnen beim Schlauchwechseln unterstützt und so war ich knapp 1,5 Stunden unterwegs.
Ich fahre weiter. Der Campingplatz gefällt mir nicht, und so suche ich mir knapp 3 km entfernt einen Übernachtungsplatz
07.06.2025 Duathlon im Hossa Nationalpark
Um 10:00 Uhr bin ich wieder am Besucherzentrum und schaue mich nach einer Wanderroute um. Naja – so richtig viel Infomaterial haben die hier offenbar nicht. Da war ich in den norwegischen Nationalparks besser versorgt. Schön ist es trotzdem: ein kleiner Laden mit allem, was man im Park so brauchen könnte, dazu natürlich ein paar Souvenirs. Ein nettes Café und ein kleines Restaurant gehören auch dazu.
Irgendwie ist das Wetter aber nicht so, wie gestern angekündigt. Ein kurzer Check bei YR – der skandinavischen Wetter-App – bestätigt: Regen erst gegen 17:00 Uhr. Passt! Ich erinnere mich an diese prämierte Bikeroute, die ich gestern gesehen habe – laut Komoot gibt es weltweit nur vier Strecken in dieser Qualität, und hier ist eine davon. 50 km reine Trailstrecke, kann aber an vielen Stellen abgekürzt werden. Klare Empfehlung der Redaktion!
Alles klar, ich fahre los. Um 11:00 Uhr starte ich die Tour. Gestern gab’s schon einen kleinen Vorgeschmack, heute legt die Strecke nochmal ordentlich nach. Wurzelwege, Bohlenpfade, Moorlöcher, steile Rampen – die ich alle schieben muss! – und ebenso steile Abfahrten. Das entspannteste Stück war tatsächlich ein 500 m langes Straßenstück bergauf mit sechs Prozent Steigung – endlich mal gleichmäßig treten 🤦🏻♂️
Unterwegs treffe ich drei andere Biker. Dem einen helfe ich beim Aufpumpen des Reifens, dem anderen leider nicht – Kette gerissen, Shit happens 🤷🏻♂️. Wir unterhalten uns kurz, suchen am Handy den Fußweg zu seinem Parkplatz. Ich begleite Anton, einen Russen, der in Finnland lebt, noch fünf Minuten bis zur richtigen Abzweigung.
Etwa bei der Hälfte der Strecke kürze ich ab – 25 km reichen mir heute. Nach 3,5 Stunden bin ich um 14:30 Uhr wieder am Besucherzentrum. Kaffee und ein „Kreppel“ (oder sowas in der Art).
Ich fahre weiter, will noch zum Julma-Ölkky, dem größten Schluchtensee Finnlands. Nach knapp 15 km bin ich da, ziehe die Wanderschuhe an – mal kurz hin, zwei Fotos und weiter… Denkste! Drei Rundwege stehen zur Auswahl: 4,7 km, 9 km oder 10 km. Kein Problem – muss ja nur vor dem Dunkelwerden zurück sein. Ach ja… es wird ja gar nicht mehr dunkel 😜
Für mich reicht’s heute tatsächlich nur noch für die kleine Runde. Der Weg ist anspruchsvoll, nach kurzer Zeit bin ich klatschnass geschwitzt. Das schwarze Wasser mit den steilen Felsen im Hintergrund – eine tolle Kulisse. Unterwegs treffe ich….Anton ohne Rad aber mit zwei Freunden. Freundliches Hallo, kurzes Gelächter und weiter geht’s! Ich quere den See über eine Hängebrücke und bin nach 6,5 km wieder zurück bei Karsten. Zwei Stunden habe ich für den Weg gebraucht – und für heute reicht’s wirklich. Ich fahre zurück und bleibe nochmal auf dem Übernachtungsplatz von gestern. Gerade rechtzeitig – es fängt an zu regnen.
Zur Info:
💧 Das dunkle Wasser finnischer Seen entsteht durch natürliche Gerbstoffe aus den umliegenden Wäldern. Ein typisches Merkmal der nordischen Natur und kein Zeichen von Verschmutzung. Viele dieser dunklen Seen haben hervorragende Wasserqualität – wer hier badet, schwimmt quasi im nordischen Kräutertee. 😉
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08.06.2025 Felsenmalereien und eine geschnetzelte Überraschung
So richtig gut ist das Wetter heute nicht. Nach einem „ausgiebigen“ Frühstück – Haferflockenmüsli – fahre ich nochmal in den Nationalpark. Ich will zu den Felsenmalereien wandern. Die freundliche Dame am Infotresen des Besucherzentrums erklärt mir kurz den Weg, und dann geht’s mit Karsten erst mal rund 10 km in den Park hinein. Dort stelle ich ihn ab und wandere los.
Ich quere die Bikerunde von gestern und komme nach gut 4,5 km an einem See an – na ja, wo auch sonst in Finnland, gibt hier ja genug davon! In einer Grillhütte glimmen noch die Reste eines Lagerfeuers. Nachdem ich ein, zwei Holzscheite nachlege, kann ich mich etwas aufwärmen und unterstellen – es regnet nämlich gerade. Zum Grillen wäre alles da, nur mein Müsliriegel passt da nicht ganz ins Konzept.
Merke: Immer etwas zum Grillen mitnehmen! In den Parks gibt’s fast überall Hütten oder Shelter mit Feuerstellen und bereitgelegtem Holz.
Nach einer Weile hört es auf zu regnen, und ich gehe weiter. Kurz hinter der Hütte führt eine Plattform an eine Felswand – von dort aus lassen sich die Malereien gut erkennen. Ihr Alter wird auf 3.500 bis 7.000 Jahre geschätzt. Schon faszinierend, wie lange das überdauert hat!
Auf dem Rückweg nieselt es leicht, und nach gut drei Stunden bin ich wieder bei Karsten.
Ich fahre weiter – will noch zu einem Campingplatz, den ich mir rausgesucht habe und morgen mal pausieren. Die Beine sind mürbe, und meine rechte Ferse schmerzt leicht. Hoffentlich kein Fersensporn… hatte ich schon mal – ist doof und zieht sich.
Am Campingplatz stehen drei oder vier Wohnwagen, sonst ist niemand da. Ganz nett, aber so richtig spricht mich der Platz nicht an. Ich fahre weiter und finde schließlich einen schönen Übernachtungsplatz (oder besser: Schlafplatz, Nacht gibt es ja keine mehr) direkt an einem Fluss – mit Shelter und Feuerstelle. Nur leider: kein Brennholz. Der Holzunterstand ist leer. Schade, ich hatte Hähnchenspieße geplant, zum Salat gegrillt.
Dann eben Pfanne und Gaskocher.
War am Ende auch besser so – die Spieße waren gar keine Spieße, sondern Geschnetzeltes. Kurz angebraten und zum Salat – lecker war’s!
09.06.2025 Morgens heißer Kaffee und Abends kalter Fluss
Heute lasse ich es mal gemütlich angehen – Erholung oder so halt. Kurz vor 10:00 Uhr klopft es am Wohnmobil. Gestern Abend ist noch ein Ford Nugget angekommen und steht jetzt knapp 50 Meter entfernt hinter ein paar Bäumen. Ein freundliches „Hallo“ aus dem Stuttgarter Raum – und ob ich eine Tasse Kaffee wolle, sie hätten noch was übrig? Wir unterhalten uns bei einer Tasse über Reisepläne, dann fahren die beiden weiter. Eine nette Überraschung zum Tagesbeginn.
Gegen 12:00 Uhr mache ich mich dann auch startklar und fahre weiter Richtung Norden. In Kuusamo entdecke ich mehrere große Supermärkte – also mal schauen, was es hier so gibt.
Anschließend fahre ich in die Innenstadt. Naja – so richtig begeistert bin ich nicht, und nach gut einer Stunde geht’s weiter nach Ruka. Ein bekanntes finnisches Wintersportzentrum mit Skisprungschanzen, Alpin- und Langlaufpisten. Im Sommer Mountainbike-Zentrum mit Bikepark – quasi „Finnisch Oberstdorf“.
Ich finde einen Stellplatz bei den Sprungschanzen, aber rundherum stehen Baucontainer – nee, hier bleibe ich nicht. Es gibt ja noch ein oder zwei andere Möglichkeiten in der Nähe. Aber irgendwie spricht mich der Ort – im Gegensatz zu Oberstdorf – überhaupt nicht an. Es ist gerade nichts los. Die Skisaison ist durch, der letzte Schnee liegt noch hier und da, und die Sommersaison hat noch nicht begonnen.
Ich fahre weiter bis zum Oulanka-Nationalpark und finde einen schönen Campingplatz in der Nähe des Besucherzentrums. Alles ruhig, mitten im Kiefernwald gelegen. Am Abend gehe ich nochmal in die Sauna – und danach in den Fluss schwimmen.




































