Skandinavien / Baltikum 10.Woche

07.07.2025 Svartisen Gletscher, Amica und die Kekse

Der Svartisen-Gletscher ist mit über 370 km² der zweitgrößte Gletscher Norwegens – und sein bekanntester Ausläufer, der Engabreen, reicht bis auf gerade mal 20 m über dem Meeresspiegel. Das ist europäischer Tiefstrekord!

Nach dem Frühstück fahren wir weiter die SV17 entlang, durch den Svartisentunnel, und sind kurz darauf an der Personenfähre zum Gletscher. Pünktlich um 10:00 Uhr bringt sie uns auf die andere Seite des Holandsfjords. Von dort wandern wir auf einer gemütlichen Forststraße etwa 3 km – bis der ganze Spaß beginnt.

Ab jetzt geht’s im Zickzack über massiven, glatten Fels. Der Gletscher zum Greifen nah – aber irgendwie zieht sich der Aufstieg ewig hin. Hier ist definitiv Kondition und Trittsicherheit gefragt! Die Felslandschaft ist absolut faszinierend – geformt und geschliffen vom Gletscher selbst. Nach gut zwei Stunden sind wir endlich oben. Ich war vor zwei Jahren schon mal hier, und beim Vergleich der Fotos sieht man deutlich: Der Gletscher wird kleiner!

Beim Aufstieg treffen wir Lara mit ihrem Hund Amica. Die beiden hatten wir schon kurz im Rago-NP getroffen. Amica ist Fremden gegenüber eigentlich sehr zurückhaltend – aber nachdem sie unsere Kekse kennengelernt hat, sind wir die besten Freunde.

Nach gut fünf Stunden sind wir wieder an der Fähre und setzen zurück über. Anschließend fahren wir weiter die Helgelandskysten-Route Richtung Süden.

War eine grandiose Tour – bei bestem Wetter. So kann’s bleiben!

Am Eis angekommen
Am Eis angekommen

08.07.2025 Fähre, Tankstopp und Pizza-Experiment

So langsam müssen wir mal Strecke machen, wenn wir unsere „geplanten Punkte“ in der verbleibenden Zeit noch schaffen wollen. Nach dem Frühstück machen wir klar Schiff und dann geht’s weiter nach Süden.
Unterwegs nehmen wir – mal wieder – eine Fähre, inzwischen bestimmt die zehnte … wenn’s reicht! Aber das klappt hier wirklich perfekt.

Gegen 14:00 Uhr sind wir in Mo i Rana. Nach einer kurzen Stadtbesichtigung wird Karsten wieder komplett versorgt: Diesel, AdBlue, LPG und Wasser – alles wieder vollgetankt. Dann geht’s weiter in Richtung Trondheim.
Gegen 19:30 Uhr suchen wir uns einen Stellplatz. Zum Abendessen probieren wir mal Pizza aus dem Omnia-Backofen … schmeckt 👍🏻

Havmannen in Mo I Rana
Havmannen in Mo I Rana
Pizza im Omnia 1. Versuch - Prima!
Pizza im Omnia 1. Versuch - Prima!

09.07.1015 Schafe, Strecke und Skatabend

Heute Nacht hatten wir Besuch. Schafe waren eine Weile rund um Karsten unterwegs, und ihre Glöckchen haben uns zwischendurch immer mal wieder geweckt. Nach dem Frühstück geht’s weiter – bis Trondheim sind es noch über sechs Stunden Fahrt.

Wir folgen der E6 nach Süden. Zwar mautpflichtig, aber immer noch der schnellste Weg. Die Landschaft wechselt von Fjorden zu Seen und großen Flüssen, eingerahmt von hohen, zum Teil noch schneebedeckten Bergen.

Mittags machen wir Rast mit einem kleinen Spaziergang an einem Wildwasser – dann geht’s weiter. Gegen 18:30 Uhr suchen wir uns einen Stellplatz am Trondheimfjord.

Um 19:30 Uhr ist Skatabend ♣️♠️♥️♦️mit den Jungs – wichtig‼️

Rastplatz am Wildwasser
Rastplatz am Wildwasser
Kaffeepause
Kaffeepause
Abendstimmung am Trondheimfjord
Abendstimmung am Trondheimfjord

10.07.2025 Trondheim sehen und dann mit Susi ins Abenteuer

Weiter geht’s am Morgen nach dem Frühstück. Gegen 11:00 Uhr sind wir in Trondheim und finden einen kostenlosen Parkplatz, etwa 20 Minuten zu Fuß vom Zentrum entfernt. Trondheim ist – für skandinavische Verhältnisse – eine schöne Stadt. Hat mir 2023 auch schon gut gefallen. Die Altstadt, das historische Bakklandet mit ihren bunten Holzhäusern, ist sehr gemütlich. Weniger gemütlich ist die Baustelle, die sich aktuell durch die Altstadt zieht – die Straßen werden saniert … 🤷🏻‍♂️

Später schlendern wir noch durch die Innenstadt, und am Ende sind wir gegen 16:00 Uhr wieder zurück bei Karsten. Trondheim hat uns gefallen. Stadtbesichtigungen auf einer Tour sind bei mir ja immer so eine Sache – ich bin da völlig unvorbereitet, laufe planlos durch die Gegend und schaue einfach, was so kommt. Wahrscheinlich verpasse ich dadurch einiges 🤷🏻‍♂️.

Wir fahren weiter zum Dovrefjell-Nationalpark. Dort wollen wir morgen wandern und nach freilaufenden Moschusochsen Ausschau halten. Wir fahren noch eine Weile und suchen uns auf Park4Night einen Übernachtungsplatz. Kurz die Koordinaten ins Navi eingegeben – und Susi leitet uns direkt dorthin …

Irgendwas ist in dieser Reihenfolge schiefgelaufen? Beim Start sehen wir noch: „Links ist kürzer und schneller“. Also drehen wir und folgen Susis Weg zum Stellplatz. Als die Straße in eine Piste übergeht, denke ich mir noch nichts – ist ja nichts Neues! Auch als wir nach etwa 8km an einer Kamera-Mautstation vorbeikommen – hab irgendwo gelesen: Maut fällig – ist es noch nicht auffällig. Aber als die Strecke immer unwegsamer wird, schaue ich dann doch mal genauer hin. Falsche Koordinaten im System … entweder ein Zahlendreher oder sonst ein Fehler. Egal‼️

Da geht es noch…..knarrt nur ein wenig beim drüberfahren

Silke ist inzwischen auch schon unruhig geworden, je abenteuerlicher die Strecke wurde. Also Koordinaten nochmal richtig eingegeben, gedreht und alles zurück. Aus der „kurzen Strecke“ zum Übernachtungsplatz wurden so mal eben knapp zwei Stunden Abenteuerfahrt.

Das Ärgerliche: Als ich anschließend online die Maut bei youpark.no bezahlen will, finde ich mein Kennzeichen nicht – und kann nicht zahlen. Ich hab dafür nur 48 Stunden Zeit. Kenne das … hat mich schon mal einiges an Geld gekostet! Hab denen jetzt mal eine Mail geschrieben. Mal schauen, wie das weitergeht. Hat mir jedenfalls eine ziemlich unruhige Nacht verschafft.

11.07.2025 Geburtstag, Wandererlatein und Rindviecher

Sophie hat heute Geburtstag – 28 wird sie schon. Da merkst du dann doch, dass du alt wirst … naja, sagen wir: älter 😜.

Nach einem Videotelefonat und dem Frühstück fahren wir weiter zum Startpunkt unserer Wandertour ins Dovrefjell. Nebenbei erwähnt, um 10:00 Uhr konnte ich erfolgreich meine Maut bei youpark.no bezahlen, alles gut gegangen!

 

Als wir am Wanderparkplatz ankommen bekommen wir den letzten kostenfreien Parkplatz – heute läuft es! Wir laufen den Moschusochsen-Trail. Laut Komoot hat man gute Chancen, die Tiere zu sehen. Um es kurz zu machen – haben wir nicht!

Am Ende der sehr schönen Wanderung durch eine riesige, weite Berglandschaft treffen wir auf andere Wanderer, die uns erzählen, wo sie gerade Ochsen gesehen haben. Wir haben bis zum Ende der Tour nur noch ca. 1,5km zu gehen, biegen aber nochmal ab und steigen wieder bergauf – schließlich möchten wir diese gewaltigen Tiere gern sehen. Unterwegs hören wir immer wieder neue Sichtungsberichte: mal nur 10Minuten entfernt, mal 2km „den Hügel rauf“, dann wieder „knapp 4km unterhalb einer verlassenen Farm“ 🤔.

Nachdem wir noch 2km gelaufen sind – inzwischen querfeldein ohne erkennbaren Pfad – drehen wir irgendwann um. Dann soll es halt nicht sein.

Als wir an Karsten zurück sind, haben wir 16,5km auf der Uhr. Bei über 20°C und voller Sonne (eine ganz neue Erfahrung für mich hier!) und ohne einen einzigen Baum auf dem Fjell – also null Schatten – sind wir auch ordentlich platt. War trotz „Ohne Moschus“ eine sehr schöne Wanderung.

Bleibt das einzige Rindvieh, das ich heute gesehen habe … beim Zähneputzen im Spiegel 😜.

Trollstigen frei, aber kein Bier nach sechs😧!

Nach dem Frühstück geht’s weiter. Eigentlich wollen wir über den Trollstigen zum Geirangerfjord fahren, aber laut Google Maps ist die Straße noch gesperrt. Als ich direkt im Netz nachlese, heißt es allerdings, dass sie seit gestern – nach einem Jahr Sperrung – wieder geöffnet ist. Was tun?

Google schickt uns über die E6 direkt zum Geiranger, Susi wählt einen weiten Bogen um den Trollstigen herum. Wir entscheiden uns für den Umweg – und das ist auch gut so. Die Berge werden steiler, die Schluchten enger, und wenn ich hier immer von „sensationeller Landschaft“ schreibe, dann nicht, weil mir nichts Besseres einfällt – sondern weil hier wirklich jede Kurve und jede Wanderung neue, imposante Ausblicke bietet. Wir fahren entlang eines Wildwassers, Wasserfälle stürzen von allen Seiten ins Tal.

An einem Rastplatz entdecken wir ein paar Wildwasserpaddler. Ich versuche mich spontan mal in Sportfotografie, und als die Kanuten an unserem Rastplatz ankommen und pausieren, spreche ich sie an – und gebe ihnen gleich die Bilder mit.

Weiter geht’s bis zum Campingplatz „Trollveggen“. Hier bleiben wir heute. Wäschewaschen ist angesagt – und bei dem Wetter und dieser Kulisse kann man’s definitiv aushalten.

Leider waren wir heute nicht einkaufen. Brotnot. Und das Bier ist auch knapp. Kein Problem, ich hab ja ein Rad dabei. Also schwinge ich mich am Nachmittag – nach der prallen Mittagshitze – aufs Rad und radele die 11km nach Åndalsnes.

Im Laden schnell Brot, Bier und ein paar Kleinigkeiten geschnappt, ab zur Kasse. Die Kassiererin lächelt, nimmt das Bier vom Band und sagt bedauernd: „Nach 18:00 Uhr Samstags kein Alkoholverkauf – Gesetz in Norwegen.“ Ich schaue auf die Uhr: 18:01 Uhr. Das kann echt nur mir passieren … 🤦🏻‍♂️

Immerhin: Ich erfahre das der Trollstigen tatsächlich seit gestern wieder geöffnet ist. Dann steht unser Ziel für morgen also fest!

13.07.2025 Die Trollleiter, Tropenhitze und Trittsicherheit

Heute sind es um 09:00 Uhr schon deutlich über 20°C – das bin ich überhaupt nicht gewöhnt. Nach dem Frühstück starten wir und fahren zum Trollstigen. Der Trollstigen ist wohl die Königin unter Norwegens Panoramastraßen – spektakulär, wild und mit einem Namen, der verspricht, was kommt: Trollleiter. Elf enge Haarnadelkurven winden sich in die steile Felswand, immer begleitet vom Rauschen des mächtigen Stigfossen, der sich über 300Meter in die Tiefe stürzt.

Die Straße war über ein Jahr gesperrt und wurde vorgestern erst wieder geöffnet. Hier und da sitzen noch Sicherheitsleute, die die Strecke und das umliegende Gelände im Blick behalten. Mich beunruhigt das nicht – aber so ganz ohne ist das wohl nicht …

Karsten fährt sich entspannt die Serpentinen hoch, immer bereit, wenn’s eng wird, auch mal ein Stück rückwärts zu rollen. Nicht nur der Blick in die Schlucht ist schwindelerregend – auch die Aussicht auf die umliegenden Gipfel ist einfach nur gewaltig. Oben angekommen gibt es eine Aussichtsplattform, die über die Felswand hinausragt. Macht echt was her!

Elf Haarnadelkurven
Elf Haarnadelkurven
Auf der spektakulären Aussichtsplattform
Auf der spektakulären Aussichtsplattform

Nachdem wir den Pass hinter uns gelassen haben, geht es wieder hinunter ins Tal. Nach einer schmalen Brücke über einen Wasserfall halten wir an einem Rastplatz – und entdecken einen Wanderweg, der sich am tosenden Wildwasser entlangzieht. Wir wollen „nur ein Stück gehen“ und „mal schauen“ – naja, es kommt, wie’s kommen muss: Wir wandern den Berg hinauf bis zu einem kleinen See, immer entlang des Wildbachs. Knapp 9km und 400hm. Anspruchsvoll, bei über 30°C in der Mittagshitze alles andere als ein kurzer Spaziergang Spaziergang.

Zurück bei Karsten reicht es uns mal wieder. Nach kurzer Fahrzeit finden wir einen schönen Campingplatz.

Landschaft kann Norwegen
Landschaft kann Norwegen
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