Montag 17.07.2023, 15. Tag
Muddus Nationalpark steht auf dem Plan. Wir starten am Campingplatz nachdem wir Ver- und Entsorgt haben und fahren ca. 40km bis zur Abbiegung zum Park. Nach weiteren 11km Schotterstrasse erreichen wir den Parkeingang. Muddus – oder Muttos in der Sprache der Samen – ist der Nationalpark in Schweden mit dem größten Anteil von Wäldern, die unberührt von jeglicher Forstwirtschaft sind. Dort ist tatsächlich Urwald. Wir starten eine Wanderung die uns zum Muddusfallet führt. Es sind ca. 7km einfache Wegstrecke. Damit ist nur die reine Strecke gemeint, denn einfach ist der Weg wirklich nicht. Über Felsen, Wurzeln und Stege. Steil Bergauf und Bergab zieht sich der Pfad durch den absolut uralten, unberührten Wald. Nach über 5 Stunden für die 15km kommen wir wieder an Karsten an und haben auf der Rückfahrt zur Strasse noch eine Rentierbegegnung. Kurz darauf findet Silke einen schönen Stellplatz für die Nacht. War ziemlich anstrengend heute, morgen gehen wir es ruhiger an!
Dienstag 18.07.2023, 16. Tag
Stora Sjöfallet, der nächste Nationalpark Schwedens, liegt hier gleich um die Ecke, naja für Schwedische Verhältnisse! 10 km nach unserem Übernachtungsplatz geht es direkt links ab und dann, gerade mal 90km weiter, zum Nationalpark. Auf diesen 90km ist außer Wald und Seen sehr viel zu sehen, nämlich Wald und Seen. Es ist für mich unglaublich. Da ist nichts, kein Dorf, keine Stadt, nichts außer Natur. Am großen Wasserfall Stora Sjöfallet (oder Stuor Muorkke in der Sprache der Samen) liegt der Nationalpark mit abwechslungsreicher Natur. Hier gibt es mächtige Bergrücken, tief eingekerbte Täler, von Felsblöcken übersäte Hochebenen, hohe Berggipfel und Gletscher. Hört sich prima an. Am Naturum Laponia angekommen starten wir eine Wanderung die wir über Komood gefunden haben zum Wasserfall. Irgendwie ist da was schief gelaufen. Wenn das der große Wasserfall sein soll…..? Die Landschaft ist wunderschön, aber nicht das was wir erwartet haben. Egal, auf dem Rückweg schaue ich nach einer Wanderung aufs Fjäll, welche ich im Naturum auf einer kleinen Landkarte gesehen habe. Ich finde sie und der Start ist keine 500m von uns. Aufgrund der Wegbeschreibung sehen wir die Tour als, für uns, machbar. Auf geht´s. Der Pfad zieht immer weiter den Berg hinauf und bald lassen wir die Baumgrenze hinter uns. Wir gehen am Ende über einen Pass auf die andere Seite der Berge und werden mit einem traumhaften Panorama belohnt. Ebenfalls werden wir mit einem eisigen Wind konfrontiert der uns nach kurzer Zeit überzeugt, das es besser ist den Rückweg anzutreten. Als wir an Karsten zurück sind stehen 16km auf der Uhr, doch wir haben den Wasserfall immer noch nicht gefunden. Nach kurzer Irrfahrt finden wir schließlich den Anfang des Pfades der zum Wasserfall führt. Laut Beschreibung sind es etwa 1,5km über Planken und ein bisschen über Felsen klettern. Da es zur Zeit eh nicht dunkel wird gehen wir die Strecke noch, soll es doch sehr schön sein. Wir werden absolut nicht enttäuscht. Gut…. das „bisschen Felsenklettern“ ist schon herausfordernd aber es macht sehr viel Spass und lohnt sich absolut. Obwohl der Wasserfall, nachdem vor vielen Jahren der See angestaut wurde nur noch „klein“ im Vergleich zu früher sei, ist er schon gewaltig. Nach einiger Zeit gehen wir zurück und als wir wieder in Karsten sitzen sind es über 20km die wir heute gewandert sind. Wir fahren zurück zum Naturum Laponia und übernachten auf dem Parkplatz.
Mittwoch 19.07.2023, 17. Tag
Die Nacht war kalt. Als ich heute morgen aufwache sind gerade mal 14°C in Karsten. Aber wir haben ja eine Heizung. Nach dem Frühstück laufen wir nochmal zum Naturum. Als wir später losfahren fängt es nach kurzer Zeit an zu regnen. Alles richtig gemacht, gestern noch zum Wasserfall zu gehen. Es regnet den ganzen Tag durch, aber das ist uns aber relativ egal da heute ein reiner Fahrtag ist. Nachmittags in Kiruna angekommen schlägt dann die Stunde der Wahrheit, hier gibt es eine LPG Tankstelle. Wieviel Gas haben wir in den letzten drei Wochen verbraucht? kommen wir mit dem Gas überhaupt aus?, geht die Planung dahingehend überhaupt auf?….. . Nach dem Tanken bin ich doch erleichtert. Wir haben gerade mal 3,5kg Gas verbraucht. Alle Aufregung in der vergangenen Woche waren völligst unbegründet. Aber was soll es. Die Gewissheit, das es locker ausreicht ist viel Wert. Wir füllen noch unsere Vorräte im Supermarkt auf, tanken und fahren dann weiter Richtung Abisko Nationalpark. Ca. 15km vor Abisko finden wir einen Übernachtungsplatz und lassen den Tag ausklingen.
Donnerstag 20.07.2023, 18. Tag
Abisko Nationalpark. Mächtige Berge umrahmen das Abisko-Tal mit seinen Almwiesen, Wildwassern und Skandinaviens größtem Gebirgssee. Nach einer ruhigen Nacht fahren wir zum Naturum und starten von dort, nachdem wir es uns angeschaut und einige Tipps von den Parkangestellten erhalten haben, eine Wandertour die Silke für uns ausgesucht hat. Die Strecke führt uns erst an der Talstation der Sesselbahn vorbei. Nach gut 1,5h steilem Anstieg kommen wir dann an der Bergstation an. Hätten wir auch einfacher haben können!🤦🏻♂️ War wirklich anstrengend aber klasse. Im der Bergstation, Skyview, gibt es erst mal ein Süppchen und für Silke ein Stück Kuchen. Nachdem wir uns am Ofen aufgewärmt und getrocknet haben geht es weiter zum Gipfel des Njula´, 1164m hoch. Fantastisches Panorama……. hinter den Wolken. Sicht ist leider absolut nicht vorhanden. So ist das halt manchmal in den Bergen🤷🏻♂️ Nach kurzer Rast gehen wir weiter auf der anderen Seite runter. Anhand des GPX Tracks, den wir auf der Uhr haben, finden wir die Wegmarkierungen im Wolkennebel. Als wir etwa 200m unterhalb des Gipfels sind gehen die Wolken hoch und wir haben noch ein tolles Panorama über die Berge und das umliegende Abiskotal mit See. Nach 18km und 870hm kommen wir, schon ziemlich erschöpft, wieder am Parkplatz an.
Wir fahren zurück an den gestrigen Übernachtungsplatz.Dort ist heute Grillen angesagt. Morgen gehen wir noch eine Tour, hoffen wir das das Wetter etwas besser ist.
Freitag 21.07.2023, 19. Tag
Auch heute ist wieder eine Wanderung im Nationalpark geplant. Das Wetter ist etwas besser als gestern aber so richtig gut ist es auch nicht. 12°C und alles in leichtem Grau. Bevor wir die Wanderung starten brauchen wir noch Wasser, gestern ist die Tank Min-Meldung gekommen und am Ende des Tages nach einer Wanderung kein Wasser für eine Dusche, NOGO! An der hiesigen Tankstelle finden wir eine Wasserzapfstelle und füllen problemlos den Tank . Das Wasser ist extrem kalt, keine Ahnung woher das kommt. Wir parken anschließend wieder gegenüber des Naturums und starten die Wanderung am Canyon entlang. Unterwegs frage ich ganz unbedarft Silke, ob ich ihr etwa zu 🚶🏻♂️schnell gehe? Sie antwortet mit :“ Nein, ich renne dir schon irgendwie hinterher🏃🏼♀️“….. ich überlege noch🤔 was sie mir damit sagen wollte ?? Nach 12km sind wir wieder zurück und das Wetter ist tatsächlich etwas aufgegangen. Heute läuft es sich gut und wir entschließen uns noch eine Runde dranzuhängen und nochmal, über einen anderen Weg als gestern, zum Njulla´ aufzusteigen. Als wir wieder an der Bergstation ankommen macht uns das Wetter doch noch einen Strich durch unseren Plan am Gipfel das Panorama zu sehen. Es beginnt leicht zu Regnen und die Wolken ziehen wieder tiefer. Na dann eben nicht. Wir kehren um und als wir an Karsten ankommen zeigt die Uhr über 20km. Hat Spass gemacht. Müde fahren wir zu unserem, schon gewohnen, Stellplatz zurück, für heute reicht es.
Morgen geht es weiten nach Norwegen…….
Samstag 22.07.2023, 20. Tag
Nach dem Frühstück starten wir. Erster Zwischenstop Abisko Supermarkt. Wir füllen noch unsere Vorräte auf, in Norwegen ist es deutlich teurer. Auf Anraten hab ich mir die App des Norwegischen Zoll heruntergeladen damit ich auch genau weiß was ich mitnehmen darf. Was soll ich sagen, am Zoll war niemand….. Nachdem wir in Norwegen sind empfängt uns erst mal eine schroffe Berglandschaft. Irgendwie sind hier die Berge höher und die Landschaft rauher als noch in Schweden, dass liegt gerade mal 5km hinter uns! Wir fahren noch ein Stück und sind kurz darauf an unserem ersten Fjord. Es fällt mir auf da Ebbe herrscht und auch so richtig große Schiffe darauf fahren. Die Strecke führt uns durch eine tolle Landschaft bis zu den Lofoten. Kurz nach dem Støverfjordtunneln verlassen wir die E10 und finden kurz nach Strønstad einen Übernachtungsplatz an „Rolfs Bar“ (Tipp aus dem „Nordlandblog“).
Sonntag 23.07.2023, 21. Tag
Das Wetter zeigt sich heute bedeckt. Tiefhängende Wolken und von den Bergen ist gerade nichts zu sehen. Wir fahren weiter und folgen der Landschaftsroute E10 in Richtung Å (der letzte Ort auf den Lofoten und auch der mit dem kürzesten Namen Weltweit). Die Landschaft unterwegs ist absolut faszinierend, eher unwirklich. Mal hohe Berge direkt am Wasser, mal weißer Sandstrand, Brücken und Unterwassertunnel die die Inseln verbinden, Fjorde, Fischerdörfer und immer wieder hohe Berge und das Meer. Es ist eine wunderschöne Kulisse. Nur eins stört mich ungemein…… es ist voll hier, Touristen überall ( ja ich weiß, ich bin auch hier!). Als wir in Å ankommen, wollen wir auf einen Parkplatz, schauen uns an und fahren einfach wieder weg. Er ist total überfüllt und einen Platz für Karsten zu finden würde ewig dauern, darauf haben wir absolut keine Lust. Nach einigen Kilometern halten wir an einem Rastplatz und überlegen was wir tun. Wir finden in Kommod eine Wanderung die genau hier startet und beschließen zu bleiben und die Tour zu gehen.
Ganz großes Kino!! Wir starten um 16:00 Uhr, die Zeit ist ja kein Problem, Sonnenuntergang ist ja erst um 0.00 Uhr. Nachdem wir fast 15min lang den Anfang der Route gesucht haben, der so versteckt war das wir ihn nicht finden konnten, gehts endlich los. Schon nach dem ersten Kilometer sind wir beide komplett durchgeschwitzt. Der Weg führt Urwaldähnlich über Felsen und Bäume, hoch, wieder runter immer an einem See entlang. Nach 2,5km sind wir am Ende des Sees angelangt, um dann in einem Talkessel steil zum Gipfel aufzusteigen ( oder war das schon klettern?). Nach ca. 4,5 km sind wir kurz davor abzubrechen und umzukehren, denn die Wolken ziehen immer mehr zu und das Gelände wird immer steiler und felsiger. Die Aussicht auf den Urwaldähnlichen Pfad und diesen noch einmal gehen zu müssen, lässt uns dann doch weiter hoch steigen. Am Gipfel angekommen reißen zur Belohnung die Wolken auf und wir haben für kurze Zeit ein fantastisches Panorama. Der Abstieg ist auch eine Nummer für sich. Sehr steil bergab über Wurzeln und Felsen und viele doch matschige und damit auch sehr rutschige Stellen. Das unsere Beine nach dem langen und sehr anstrengenden Aufstieg schon richtig sauer sind macht es auch nicht besser. Kurz und gut, es war auf jeden Fall eine super Tour, die wir sehr lange in Erinnerung behalten werden, welche uns aber definitiv an unsere Grenzen geführt hat. Am Ende waren es knapp 12km und 670hm und es war wirklich sehr anstrengend, aber Geil…..
Morgen fahren wir weiter. Mir ist es hier definitiv zu voll.












































