Zwei Jahre ist es her, dass wir zuletzt gemeinsam auf den Brettern standen. 2025 hat es terminlich einfach nicht gepasst – irgendwas ist ja immer. Dieses Jahr also frühzeitig geplant, Termin fix gemacht (gut, einmal haben wir ihn noch verschoben – geschenkt 😉) und Stellplatz gebucht. Diesmal sollte es klappen.
Donnerstag
Abfahrt sobald Steffen aus der Schule kommt. 13:30 Uhr – nicht ideal, aber bei etwas mehr als fünf Stunden Fahrzeit absolut machbar. Das war zumindest die Theorie.
Die Praxis: Dauerregen. Zähe Straßen. Kein Stau, aber es läuft einfach nicht rund. Statt der kalkulierten fünf Stunden stehen am Ende deutlich über sieben auf der Uhr. Als wir schließlich in Tschagguns im Montafon ankommen, biegen wir auf dem Weg zum Campingplatz dann noch erst einmal falsch ab.
Die Straße wird schmaler, der Schnee mehr, das Gefühl im Bauch etwas weniger entspannt. Es geht stetig bergauf. Irgendwann taucht eine Abzweigung auf, an der wir drehen können – ich bin ehrlich erleichtert, als wir wieder talwärts rollen. Mit der Aussicht auf weitere Schneefälle in den nächsten Tagen hätte ich auf dieser Strecke nur ungern Bekanntschaft mit glatter Fahrbahn gemacht.
Kurz darauf erreichen wir den Campingplatz, checken ein und bekommen unseren Stellplatz zugewiesen. Bevor wir uns einrichten, fahren wir noch einmal zurück ins Dorf ins Restaurant Löwen. Gutes Essen, entspannte Stimmung – das macht die Anfahrt schnell vergessen. Zurück am Wohnmobil richten wir uns ein. Jetzt darf der Ski-Tag kommen.
Freitag
Über Nacht hat es ordentlich geschneit. Rund 15 Zentimeter Neuschnee liegen auf dem Platz. Sieht traumhaft aus – zumindest vom Fenster aus.
Ganz so früh kommen wir nicht los. Der eine oder andere schläft gerne länger! Völlig in Ordnung, wir sind ja nicht auf der Flucht. Also gemütlich zur Bushaltestelle direkt am Eingang des Campingplatzes und warten auf den Skibus.
Nur: Es kommt keiner!
Wir stehen richtig, das bestätigen auch ein paar Dauercamper die neben uns warten. Im Ort gab es einen Unfall, Busse kommen aktuell nicht durch. Also warten wir. Und warten.
Einer der Dauercamper verschwindet kurz im Wohnwagen und kehrt mit Bier zurück – für alle. So werden aus knapp zwei Stunden Wartezeit eine durchaus gesellige Angelegenheit. Als der Bus dann endlich auftaucht, geht ein fröhliches „Hurra“ durch die Runde.
Als wir 15 Minuten später an der Bergbahn ankommen ist es inzwischen 11:30 Uhr. Immerhin sparen wir jetzt neun Euro, weil nur noch ein Halbtagesticket nötig ist. Aber immer noch 79 Euro – äußerst sportlicher Preis. Teurer als Ischgl….! Respekt.
Oben erwartet uns dann das, was man wohl „sehr anspruchsvolle Bedingungen“ nennt: rund 30 Zentimeter Neuschnee, entsprechend hohe Schneehaufen – und Sicht gegen null. Weißer Himmel, weiße Piste. Keine Konturen, keine Kontraste. Dazu Faschingsferien in Österreich, also entsprechend Betrieb.
Wir tasten uns die Piste hinunter. Man fährt mehr nach Gefühl als nach Sicht, stolpert von Buckel zu Buckel und hofft, dass das Gelände macht, was man erwartet. Tut es natürlich nicht immer. Nach der zweiten Abfahrt sind wir uns einig: Das Verletzungsrisiko steht in keinem Verhältnis zum Spaßfaktor – der ohnehin nicht vorhanden ist.
Nach zwei Abfahrten brechen wir ab und fahren mit der Gondel wieder ins Tal.
Unterm Strich haben wir länger an der Bushaltestelle gesessen als auf Skiern gestanden. Nicht der erhoffte Auftakt. Aber so ist das manchmal in den Bergen…….
Abends geht’s zum Italiener…..lecker Essen.
Samstag
Wir sind tatsächlich etwas früher wach – hilft nur nichts! Das Wetter bewegt sich stabil in der Kategorie „schlecht“. Im Tal ergiebiger Regen, am Berg Schneefall. Also exakt das gleiche wie gestern. Die Webcams zeigen wieder das bekannte Motiv: Weiß auf Weiß. Sonst nichts.
Wir schauen uns an, schauen nochmal auf die Kameras – und fassen dann einen Entschluss: Das macht keinen Sinn. Noch so ein Tag muss nicht sein. Wir brechen ab.
Gegen 11:00 Uhr rollen wir los. Nach knapp zwei Stunden erreichen wir Lindau am Bodensee und stellen uns auf den Stellplatz der Lindau Therme.
Der Plan für den Nachmittag klingt eigentlich gut:
1. Spaziergang rüber auf die Insel und durch die Altstadt.
2. In Karsten Eintracht gegen Bayern schauen.
3. Danach entspannt in die Therme.
Punkt 1 scheitert nach ziemlich genau 500 Metern. Starkregen. Trotz Schirm sind wir in kürzester Zeit nass. Also Planänderung – wir drehen um. Man muss nicht alles erzwingen.
Später dann Fußball. Auch das passt sich nahtlos dem bisherigen Wochenende an: verloren. Mehr muss man dazu nicht sagen.
Aber Punkt 3 rettet den Tag – und wie. Die Lindau Therme ist wirklich sensationell. Ein völlig anderes Konzept als das, was wir bisher kennen. Großzügig, modern, durchdacht. Genau das Richtige nach zwei Tagen Wetterkapriolen. Wir bleiben bis 0:30 Uhr. Danach noch ein Absacker in Karsten – und dann ziemlich müde ins Bett.
Sonntag
Frühstück, zusammenpacken, Heimfahrt.
Unterm Strich: wieder mal ein schönes Wochenende mit Steffen. Der ursprüngliche Plan „Skifahren“ ist eher unter die Kategorie „Versuch“ gefallen – aber wir hatten trotzdem unseren Spaß. Und am Ende sind es genau das was hängen bleibt.
