14.10.2012 15. Tag
Am Morgen nochmal den Sonnenaufgang geschaut und Brot geholt. Vor der Bäckerei wartet Jens mit Lio um mich auf einen kleinen Spaziergang mitzunehmen. Wir laufen noch 20min am Strand entlang und sind von der Abgrenzungsmauer zum Hafen, ca. 1mx2mx1m große Marmorblöcke beeindruckt.
Nach dem Frühstück packen und dann heißt es Abschied nehmen. Wir sehen uns bestimmt wieder, das hat zu gut gepasst. Wir starten, Jens und Steffi in Richtung Piemont und ich in Richtung Toskana. Die Strasse zieht sich ewig an der Küste die Berge hoch und runter. Es ist wunderschön mit tollen Ausblicken, aber als ich auf die Autostrada fahre bin ich froh endlich etwas Strecke zu machen.
Nächster Halt ist Lucca. Pisa lasse ich aus da das zur Zeit zu voll ist und ich keine Lust auf Menschenmassen habe. Lucca hat eine Altstadt die komplett von einer dicken Stadtmauer umgeben ist. Typischen Stadthäuser, prächtige Kirchen und unzählige Geschäfte. Nach 2 Stunden mache ich mich weiter nach Siena. Ich bleibe in Monteriggioni wo ich am späten Abend ankomme. Ich laufe noch in die Stadt. Sensationell. Eine alte Festungsmauer umgibt die historische Stadt. Ich esse in einer Osteria. Es schmeckt fantastisch, wenn das so weitergeht nimmt das hier in der Toskana kein gutes Ende. Dann platze ich. Zurück im Karsten bin ich ziemlich müde und schnell im Bett.
15.10.2021 16. Tag
Ich starte den Tag mit einem Kaffee. Da ich kein Brot habe mache ich mich fertig und gehe nach Monteriggioni um mir die Stadt bei Tageslicht anzusehen und Brötchen zu kaufen. Das Städtchen ist wunderschön innerhalb der Burgmauer. Weiter ins Ort runter gehe ich nicht. Ich trinke 2 Cappuccino und nutze aasoffene Wlan um mit Sophie und Silke zu telefonieren, oder videophonieren….. keine Ahnung wie man das nennt. Am Karsten zurück hole ich mir nochmal die Drohne und mache einige Luftaufnahmen. Wurde ja auch Zeit das ich sie mal benutze.Gegen 12 starte ich nach Siena.
Dort angekommen finde ich nach 2 mal im Kreis fahren unten doch tatsächlich einen kostenfreien Parkplatz. Das einzige Problem ist….. ich hab keine Ahnung wie von hier zu laufen ist um in die Stadt zu kommen. Nach einigen Fehlversuchen hab ich es dann doch noch geschafft. Die Altstadt ist „groß und prächtig“ anders kann ich es nicht beschreiben. Enge Gassen, Alte Stadthäuser. Steil am Berg gebaut. Prächtige Kirchen und ein Dom. Ich laufe dort 2 Stunden durch und es ist toll. Langsam macht sich Hunger breit und ich habe ja nichts gefrühstückt. Als ich langsam zurück will hab ich die Richtung voll verpeilt. Google Maps sei dank das ich wieder zu Karsten finde.
Ich starte in Richtung Montalcino. Soll auch sehr schön sein. Unterwegs bleibe ich oft stehen und bewundere die schöne toskanische Landschaft. Ich fahre zu einem Agritourismo Hof an dem ich übernachten will. Alles perfekt. Schöner Platz mit Aussicht.
Abends gibt es Nudel und Pesto….lecker.
16.10.2021 17. Tag
Die Aussicht am Stellplatz bringt es voll. Ein Sonnenaufgang…1A. Nach dem Kaffee fahre ich mit dem Rad nach Montalcino. Der Plan ist, Städtchen in Ruhe anschauen und Frühstück kaufen. Teil 2 des Plans wird schwieriger da ich vergessen habe Geld mitzunehmen, Glanzleistung wieder mal. Ich bin um 9 Uhr schon da und das Städtchen ist noch völlig leer. So macht das Spass und ich schaue mir alles in Ruhe an. Im Coop Brot und Käse für das Frühstück gekauft und zurück zu Karsten. Beim Frühstück überlege ich mir den weiteren Reisplan. Weiter Richtung Saturnia zu fahren reizt mich nicht so sehr. Ich möchte lieber noch etwas nach Südtirol und in die Berge. Also mache ich alles startklar und fahre jetzt in Richtung Norden. Ich möchte mir noch San Gimignano ansehen. Von Außen sehr schön. Von innen schaue ich es mir nicht an. Es ist „Voll“ Das macht jetzt wirklich kein Spaß. Klar…. Wochenende. Das heißt für mich Aufbruch. Ich fahre jetzt in Richtung Seiser Alm. Gegen 18 Uhr suche ich mir einen Stellplatz in Mantua. Das liegt 30km vor Verona auf dem Weg. Dort auf einem Parkplatz in der Innenstadt übernachtet. Nix Besonderes aber ok.
17.10.2021 18. Tag
Nach ruhiger Nacht auf dem Parkplatz noch mal schnell umgeplant, nicht ist so überholt wie die Pläne von gestern, und will jetzt an den Gardasee. Möchte gerne die „Alte Ponale Strasse“ nochmal fahren. Vielleicht bekomme ich ja Platz. Dank des Einkaufs von gestern besteht heute mal keine „Brotnot“(Danke Sylvia/Gottfried für den passenden Begriff). Nach kurzem Check in Park4Night rufe ich auf einem Campingplatz an einem kleinen See nahe am Gardasee an. Es geht natürlich keiner ran und so werde ich halt mal auf gut Glück, wie meist, losfahren. Aber erst schaue ich mir noch den Palazzo Te an, den ich schon am Abend auf dem Rückweg zu Karsten gesehen habe. Wie ich so am fertig machen bin klingelt mein Telefon und die Betreiberin des Campingplatzes ruft zurück. Es ist noch Platz für mich und so steht mein Ziel.

Es ist immer wieder ein toller Ausblick wenn man von Rovereto kommend an den Gardasee anfährt. Es zieht sich doch ein Stück vom Gardasee weg, aber der Campingplatz ist wunderschön. Oberhalb eines Sees gelegen umrahmt von Bergen und Top gepflegt. Super nette Leute. Ich setze mich noch aufs Rad und radle nach Arco runter. Ziemlich voll, das erklärt sich als ich erfahre das am Wochenende „Bike Festival“ in Riva ist. Auf dem Rückweg gehe ich noch einkaufen und am Karsten wird dann gegrillt. Hier bleibe ich ein paar Tage.
18.10.2021 19. Tag
So gegen 8 Uhr hupt es vor dem Campingplatz und der Bäckerwagen ist da. Perfekt. Besser geht nicht. Ich lasse es ruhig angehen und will heute nach Riva und wie geplant die „Ponale Strasse“ hochfahren. Hatte gestern auch kurz überlegt die Runde über den Tremalzo zu drehen, aber nach Komoot kommen da 2700hm und fast 90km zusammen- leider zu viel. So gegen halb zwölf starte ich. Der Strasse lang und dann am Radweg an Arco vorbei nach Riva. Es ist ca. 20 Jahre her das ich hier war und ich kann mich an ….nichts mehr erinnern. Ich weiß zwar wo es zur Ponale hoch geht aber sonst….. Aber die Auffahrt ist nicht umsonst eine der schönsten überhaupt. Diese Aussichten über den See….

Ich fahre hoch bis an den Lago di´Ledro. Halbzeit. Oben erst mal eine Einkehr. Cappuccino und ein Weißbier – passt. Danach geht es weiter zurück. Die Abfahrt ist spassig und kommt mit dem neuen Rad richtig gut. Unten drehe ich die Runde an Riva vorbei durch Torbole um da noch mal zu schauen. Hier kann ich mich an einiges wieder erinnern. Am Radweg wieder zurück und im Conad noch einige kleine Einkäufe. Als ich am Karsten wieder ankomme zeigt die Uhr 67km und knapp 1000hm. Mir reicht es für heute. Noch ein Bierchen und ein Schwatz mit den Schweizer Nachbarn. Danach unter die Dusche und Abendessen. Da es mir zu spät zum Kochen ist, gibt´s heute Käse und Wurstteller.
19.10.2021 20.Tag
Pünktlich ruft der Bäckerwagen. Super. Es ist leicht bedeckt. Der Sonnenaufgang kommt nicht so richtig heute. Heute ist ein Ruhetag. Ich hab nichts geplant außer nachher mal ein Stück zum See zu gehen. Als erstes nutze ich die Waschmaschine um wieder etwas klar Schiff zu bekommen. Nach dem Frühstück ein wenig Bilder sortieren und etwas mit Gregor, dem Schweizer fachsimpeln. Er hat den gleichen Prime640 wie ich und interessanterweise die gleichen An – und Umbauten schon durchgeführt oder geplant die ich auch schon hinter mir habe oder in Planung sind…..lustig.
Nachdem die Waschmaschine ihren Teil erledigt hat die Wäsche aufgehängt ist und ein wenig rumgekruschelt und geschwätzt ist, wandere ich ein wenig um den Lago di Cavedine herum. Die drei Schweizer Gregor, Jacquelihe und Emi der Hund schließen sich mir an. Schöne Gegend. Wieder auf dem Campingplatz laden mich die Nachbarn zu sich an den Tisch ein auf ein Glas Wein. Die Nächsten gesellen sich auch dazu und es ist ein netter Abend.
Gegen 19.00 Uhr ist es dann doch zu kalt und ich beende den Tag im Karsten.
20.10.2021 21. Tag
Bäckerwagen klappt. Frühstück, Fahrrad fertig machen und dann los. Hört sich nach einem Plan an. Aber irgendwie komm ich heute nicht so richtig in die Spur. Trinke lieber noch einen Kaffee und schau mal in Komoot nach einer schönen Tour. So gegen Mittag schaff ich es dann los und fahre am Lago di´Cavedine entlang nördlich zum nächsten See Lago Toblino und umrunde auch diesen. An diesem See steht das Castel Toblino. Eine eindrucksvolle Wasserburg.

Weiter geht´s. Nach ca. 15km durchquere ich den kleinen Ort Santa Massenza wo meine Tour leider endet. Und zwar an einer kleinen Grappa Destillerie die ich besichtigen kann und dann auch einige verkoste. Nachdem der Einkauf im Rucksack verstaut ist kann ich die Tour nicht weiterfahren und fahre wieder Richtung Campingplatz. Kurz vor dem Platz am See ist eine kleine Bar geöffnet an der ich noch was trinke und dann auch Gregor und Jacquelihe treffe. Am Karsten angekommen verräume ich erst mal alles. Verlade das Bike und Koche mir dann was. Später mache ich Karsten abfahrbereit. Morgen geht es weiter in Richtung Heimat.
21.10.2021 22.Tag
Eine windige Nacht. Gegen Morgen setzt Nieselregen ein und der wird dann langsam stärker. Nach dem Frühstück geht es dann los. Noch schnell entsorgt und von Gregor und Jacquelihe verabschiedet. Ich fahre jetzt einen kleinen Umweg über den Reschensee und Reschenpass. Am See angekommen ragt der bekannte Kirchturm aus dem Wasser, was man so Wasser nennt. Der See ist fast trocken. Ich kann um den Kirchturm herumlaufen. Es stimmt mich schon nachdenklich warum der See zu dieser Jahreszeit förmlich leer ist? Die Strecke führt mich weiter über den Kaunerberg. Sensationelles Panorama. Das Wetter meint es auch gut und die Sonne scheint. Durch das Pitztal, Imst, über den Fernpass geht es weiter nach Deutschland. In Fellheim bei Memmingen finde ich über Landvergnügen einen Gasthof mit Stellplatz. Super Abendessen und dann zeitnah ins Bett.
22.10.2021 23.Tag
Irgendwie kann ich nicht richtig schlafen. Gegen 01:30 Uhr werde ich wach und schlafe nicht mehr so richtig ein. Was soll es, ziehe mich an und starte die Weiterfahrt eben um 02:00 Uhr. Dafür ist die Autobahn wunderbar leer und ich fahre ganz gemütlich durch bis Guntersblum. Um 5:30 Uhr bin ich bei Silke und da lege ich mich nach einem Kaffee noch mal 3h ins Bett. Nachdem wir gefrühstückt haben muss Silke arbeiten und ich fahre nach Hause. Bei einer Autolackiererei vereinbare ich direkt einen Termin damit der Kratzer weggemacht wird. Ärgere mich sonst ewig darüber.
Zu Hause angekommen beginnt der andere Teil des Urlaubstrips. Aufräumen….. Ich habe perfekt gepackt und geplant. Meine Vorräte sind weitgehend aufgebraucht und der Kühlschrank leer. Kleidung war auch ausreichend….. ich hab ca. 75% davon gar nicht gebraucht und direkt so wieder in den Schrank. Den Rest hab ich, da ich 2x unterwegs gewaschen habe, auch schon weitestgehend sauber.
Morgen wird Karsten noch gründlich innen gereinigt und die Tage auch aussen gewaschen
Das war es dann. Die Herbsttour 2021 ist beendet.
3,5 Wochen sind vorüber. Es war eine sehr spannende, ereignisreiche und interessante Zeit. Ich habe wunderschöne Orte gesehen, ansprechende Touren zu Fuss oder mit dem Fahrrad unternommen, sehr nette Menschen kennengelernt, tolle Gespräche geführt, viel gelacht und für mich selbst viel gelernt.
„Urlaub allein“ ist eine gute Erfahrung die ich nicht missen will. Bevorzugte Urlaubsform ist sie nicht, zu zweit kann man die Erlebnisse teilen und das ist was Besonderes.
