Herbsttour 2021 Teil 2

07.10.2021 8.Tag

Am Morgen checke ich erst mal am Stellplatz aus und kaufe gerade noch 3 frischgelegte Eier für das Frühstück. Es gibt Spiegeleier und ein Brötchen vom Vortag. Ich will noch nicht gleich los und starte zu einer kleinen Wanderung zum See und weiter. Es ist ein wirklich schönes Plätzchen und als ich weiter gehe stehen da Häuser…. oder eher Anwesen – unglaublich. Ich bin beeindruckt und es reiht sich eines an das andere. Abgeschottet und kaum einsehbar. Ich gehe zurück und werde gleich starten.

Lago Maggiore bei Ranco
Lago Maggiore bei Ranco

Als ich dann losfahre entscheide ich mich die Autostrada mit Mautgebühren zu nehmen. Es fährt sich super entspannt auf der Autobahn. Beim Runterfahren und bezahlen ist es spannend. Eine kleine Geduldsprobe, für alle die hinter mir stehen, aber kaum sind 5min vergangen da hab ich es auch begriffen und geschafft. Endlich in Finale Ligure angekommen stellt sich das Problem des Stellplatzes. Ich möchte gerne auf einen Campingplatz da ich einige Tage bleiben und nicht irgendwo am Fahrbahnrand stehen möchte. In Finale ist alles voll und ich werde, eher unhöflich, weggeschickt. Ich suche mir über Park4Night in den Bergen „Camping San Martino“ als gut bewertet raus und starte dahin. Die erste Anfahrt breche ich ab. Steht unten doch ein Schild „<6,5m“ das ich zwar erstmal ignoriere ABER….. ich drehe um, es müsste eigentlich heißen nicht breiter als 2,1m und es wird dann dermaßen steil und eng das ich den Mut verliere. Nehme die nächste Auffahrt und befürchte wenn ich auch da abgewiesen werde irgendwo mich in die Ecke und die Dunkelheit zu stellen. Aber Glück gehört auch dazu. Bekomme noch einen prima Platz und im Campingplatz Ristorante später noch eine gute Pizza.

08.10.2021 9. Tag

Heute fängt gut an. Mir fällt eine Tasse Kaffee auf den Teppich. Sch….. Also Teppich reinigen. Draußen zum trocknen aufgehängt. Bei der Gelegenheit auch gerade mal eine Waschmaschine Wäsche gewaschen und zum trocknen aufgehängt. Nach dem Frühstück so gegen 12 Uhr mit dem Bike gestartet und in Richtung Grotta dell´Edera gestartet. Fängt gut an, wird immer besser und dann…… für mich unfahrbar. Da ist laut Beschreibung ein verfallenes Dorf.

Schön, aber was jetzt und wie weiter. Als drei Italienische MTB Cracks anhalten und mich fragen wo ich hinwill, erklären sie mir das ich besser zurück fahren soll. In diese Richtung unfahrbar. Also umdrehen. Über Finale drehe ich dann in Richtung Grotte. Als ich oben ankomme, wieder unfahrbar abwärts. Ich fahre dieselbe Strecke ein Stück zurück, schließe dann das Fahrrad an und wandere/klettere das letzte Stück zum Ziel. Nach ca. 45min sehr anstrengendem Aufstieg stehe ich in der Grotte. Naja ne Grotte halt….Als dann 2 Schweizer von oben heruntergeklettert kommen und mir erklären daß der eigentliche Teil erst weiter oben beginnt, klettere ich auch in der Grotte nach oben. An Seilen…! Die Hüfte freut sich ….Hurra!

Unfassbar und begeisternd. Sowas habe ich noch nicht gesehen. Die Strapaze hat sich echt gelohnt. Jetzt muss ich nur noch ohne Zwischenfall zurück klettern. Ich schaffe es ohne Probleme wieder raus und steige ab zum Bike. Bin völlig durchgeschwitzt. War sehr anstrengend. Wieder in Finale erst mal 2 Cappuccino und dann in Richtung Campingplatz. Noch mal 9km und 300hm. Als ich ankomme reicht es auch völlig. Wäsche noch abhängen, zusammenlegen und wegräumen. Nach dem Duschen ist das Camping Ristorante erste Wahl. Gnocchi 4 Formaggi. Perfekt. Doch was ist jetzt. Kein Internet mehr auf Handy? Europaflat 1GB aufgebraucht. Egal bin doch in Europa und die speziell zugedachte Europaflat ergänzt doch nur meine Datenrate um 1GB und vor allem die Schweiz. Langes Telefonat mit Hotline, der Bearbeiter kümmert sich……..

09.10.2021 10.Tag

Es ist eine unruhige Nacht für mich. Nehme mir solche Probleme immer sehr zu Herzen und das beschäftigt mich auch dann. Die ganze Reiseplanung hängt daran Internet zu haben. Morgens um 9 telefoniere ich noch mal mit der Hotline, die Bearbeiterin ist das letzte und nicht hilfsbereit. Meine Laune nähert sich jetzt dem Gefrierpunkt. Erst mal frühstücken. Nach dem Essen beschließe ich mir einen Handy Laden zu suchen und eine zusätzliche Datenkarte zu kaufen. Gegen 11Uhr denke ich mir das ich es doch nochmal bei der Hotline versuche und rufe ein 2. mal Diese Sachbearbeiterin ist super. Sie weiß direkt eine Lösung und verspricht mir das binnen 24h alles ok ist. Etwas beruhigter fahre ich trotzdem nach Finale und schlendere durch die Stadt. Bei der Abfahrt meldet mein Phone das ich wieder Netz habe. Ob das am Bearbeiter von gestern oder der freundlichen von Heute liegt weiß ich nicht, aber ich bin jetzt beruhigt.

Finale hat eine schöne Strandpromenade und das daneben liegende Finalborgo eine wunderschöne Altstadt. Aber so richtig ein Plätzchen wo ich mich hinsetzten kann finde ich nicht für mich. Wahrscheinlich noch zu aufgewühlt . Am Strand sitze ich eine Weile und komme langsam wieder in Spur. Nachmittags fahre ich wieder zum Campingplatz über die Anfahrtsstrecke hoch an der ich bei Ankunft mit dem Camper umgedreht bin. Halali ist das steil und eng. Selbst im Turbomodus des Bikes ist es anstrengend. Abends gibt es Bratkartoffel und geht früh zu Bett.

10.10.2021 11. Tag

Nach einer entspannten Nacht lasse ich den Tag ruhig angehen. Die Wäsche der Radtour vom Vortag muss noch trocknen. Nach dem Frühstück fange ich an uns reisefertig zu machen. Zusammenpacken. Entsorgen, alles verstauen. Wasser auffüllen usw. Gegen 12 Uhr starte ich und fahre bis Savona kurz vor Genua. Dort parke ich vor dem außerhalb liegenden Gebäude der Küstenwache und mache mich auf um mir die die Stadt anzusehen. Im Hafen liegt ein eindrucksvolles Kreuzfahrtschiff. Die Hafenanlagen und angrenzenden Geschäfte und Restaurants sind voller Tagesgäste.In der Stadt geht es trotzdem recht ruhig zu. Besichtige die Hafenanlagen und das Kastell. Danach gehe ich in die Stadt und esse dort mein erstes Eis…..lecker!. Nach ca. 3h bin ich wieder am Karsten und setze meine Reise fort. Ich fahre durch Genua, schon beeindruckende Hafenanlagen und auch sonst ist es aus dem Auto schon interessant. Aber ich fahre weiter. Auf eine Großstadt hab ich nicht so die Lust. Ich parke und übernachte in Rapallo auf einem Parkplatz in einem Wohngebiet. Nach 10min bin ich an einer Pizzeria …. Perfekt. Morgen geht es weiter Richtung Cinque Terre.

11.10.2021 12.Tag

Es ist 7.00 Uhr. Nach einer recht ruhigen Nacht wache ich morgens auf und gehe zum Brötchen holen ins Ort runter. Keine Bäckerei zu finden, aber die Strandcafés haben schon geöffnet und die Einheimischen trinken ihren Kaffee. Ich hole mir einen Cappuccino und setze mich auf die Terrasse vor dem Café. Ein wunderschöner Sonnenaufgang belohnt mich für das warten und der Kaffee schmeckt super. Nach einiger Zeit mache ich mich wieder auf die Suche und finde einen Laden. Der Bäcker hat noch nicht geliefert….. So laufe ich wieder ohne frische Brötchen zum Karsten. Es gibt halt das Brot von Vorgestern. Geht auch. 

Rapallo_Sonnenaufgang
Sonnenaufgang in Rapallo

Ich starte in Richtung Cinque Terre und fahre die Küstenstraße weiter entlang. Als die Route in die Berge dreht zeigt sich das hier der Italienische Straßenbauer hier alles gegeben hat, eine sensationell kurvige Strecke. Anstrengend und eng aber es macht Spaß zu fahre.In Monterosso angekommen steht zwar, das für Camper der Parkplatz gesperrt ist – aber da stehen doch schon einige. Also auch hin. Es klärt sich, ab Oktober sind Wohnmobile genehmigt, ich bleibe dann erst mal hier. Hinter mir stehen Jens und Stefanie aus München und das passt sofort mit uns. Ich gehe noch ins Meer schwimmen. That´s life!  Abends gehe ich mit den Münchnern und ihrem Hund Liu im Ort essen, sehr lecker! danach unternehmen wir  noch einen kleinen Spaziergang an der Küste entlang. Es war ein toller Tag.

Monterosso_Blick aus Schiebetuer
Blick aus der Schiebetür in Monterosso

12.10.2021 13. Tag

Heute will ich mir die Städtchen der Cinque Terre ansehen. Jens und Stefanie und Lio ihr Hund begleiten mich. Wir fahren mit dem Zug in das letzte Ort Riomaggiore und beginnen unsere Tour. Jens ist professioneller Fotograf und wir starten gemeinsam eine Fototour. Ich hab Spass ohne Ende und lerne einiges an diesem Tag über das Fotografieren. Nachdem wir uns über 2h den Ort angesehen haben wandern wir ins nächste Ort. Da durch einen Sturm der Küstenweg beschädigt und deshalb gesperrt ist, wandern wir über den Berg….. ist eher ein Treppensteigen über Naturstufen senkrecht den Berg hoch. Weit über 1000 Stufen später sind wir oben angekommen. Sehr anstrengende Nummer. Der Abstieg auf der anderen Seite ist ähnlich nur sind da auch ein paar Querwege zu gehen. Im Manarola geht die Fototour weiter. Es ist jetzt Mittagszeit und mir ist es ein wenig voll im Ort. Wie voll ist es erst hier ins der Hochsaison? Kurz darauf gehen wir zum Bahnhof und fahren mit der Bahn nach Corniglia weiter. Dort geht es erst mal, wie sollte es auch anders sein, ca. 300 Stufen hoch ins Ort. Jetzt haben wir erst mal Durst und Hunger. Auf dem Marktplatz essen und trinken wir was. Irgendwie ist aber jetzt die Luft raus. War schon alles sehr anstrengend. Wir erkunden noch den Rest und nehmen noch einen Absacker vor einer Bar. Sehr schöner Sonnenuntergang. Wieder zum Bahnhof die Stufen runtergestiegen fahren wir mit dem Zug zurück zu den Wohnmobilen nach Monterosso. Dort noch gegrillt und einen tollen Tag beendet.

Manarola_Hafen_Kueste
Hafen von Manarola

13.10.2021 14. Tag

Ich bleibe noch einen Tag in Monterosso. Das Wetter passt und ich hab den 5. Ort der Cinque Terre ja noch nicht gesehen. Brötchen holen ist die erste Herausforderung des Tage. Der Bäcker hat heute Ruhetag. Im Lebensmittelladen um die Ecke werde ich fündig. Dann ein wenig Bericht schreiben und Kleinigkeiten am Auto erledigen, Wasser auffüllen, Müll wegbringen. Hab versucht das Wasser aus der Kanne mit einer Pumpe von Jens bequem in den Tank zu pumpen. Sicherung durchgeschossen! Bravo… Glanzleistung! Aber Ersatz an Bord und kein Problem. Es zeigt sich aber, dass ein Messgerät auch ein wichtiger Teil des Bordwerkzeugs ist. Wird ergänzt…… Jetzt erst mal ne Runde im Meer schwimmen und als dann Stefanie mit ihren Onlinekonferenzen fertig ist fahren wir mit der Bahn in das noch nicht besuchte Vernazza. Schön….. aber es wirkt auf mich nicht mehr so eindrucksvoll wie gestern. Nach einem kühlen Getränk vor Ort geht’s mit dem Zug zurück. Abendessen am Kasten mit Nudeln und frischem Pesto…..sehr lecker. Während Jens und Steffi eine Onlineschulung haben, räume ich etwas auf. Danach sitzen wir noch lange zusammen, trinken noch was und und tauschen Fotos aus.

Morgen geht es weiter in Richtung Pisa.

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