Sommerreise 2026, 2. Woche, Lago de Cavedine

15.06.2026

Montag, Weiterfahrt nach Italien. Aber erst frühstücken wir noch bei Simon im Hotel. Das Frühstück im Radisson Andermatt kann sich sehen lassen. Alles da, was man sich so wünscht, und wir genießen das auch ausgiebig.

So gegen 11:00 Uhr starten wir dann über den Gotthardpass ins Tessin und weiter Richtung Gardasee. Als wir gemütlich auf der Autobahn unterwegs sind, fragt Silke, wie das eigentlich mit dem Warnschild für die Fahrräder ist, die hinten auf dem Fahrradträgern bei anderen Autos  hängen.

Ja, das haben wir auch. Nur hängt es noch im Keller zu Hause. 🤦🏻‍♂️

Daran habe ich überhaupt nicht gedacht. Kurz überlegt und dann mal auf Maps nachgeschaut. In Bellinzona gibt es einen Jumbo Maxx Baumarkt. Die haben bestimmt so etwas!

Hatten sie. Und nachdem ich 60 Franken bezahlt habe, hängt jetzt auch eins an unserem  Fahrradträger, ist aber immer noch günstiger, als ohne erwischt zu werden!. 

Weiter geht es relativ unspektakulär und gegen 18:00 Uhr gehen wir in Arco noch kurz im Supermarkt einkaufen. Ehrlich gesagt überfordert uns dieser fast. Das Angebot ist riesig. Wir bekommen alles, was wir brauchen – und das andere auch.

Nachdem wir Karsten vollgeräumt haben, fahren wir weiter und kommen kurz nach 19:00 Uhr am Lago di Cavedine an. Ein kurzes Telefonat mit dem Betreiber und wenig später stehen wir auf unserem Platz. Als wir dann alles eingerichtet haben, fällt uns auf, dass der Router keine Verbindung aufbaut. Darum kümmere ich mich nach dem Abendessen. Kaum eine Dreiviertelstunde später läuft dann wieder alles.

So etwas nervt mich, extrem!!!!!

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So, jetzt passt es wieder!
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Gardasee ......schöööön

16.06.2026

Italien, Sonne … alles wie im Bilderbuch.

Nach dem Frühstück geht es mit den Rädern nach Riva an den Gardasee. Ein wunderbarer Radweg beginnt direkt hinter dem Lago di Cavedine und zieht sich an Dro und Arco vorbei bis nach Riva. Unterwegs findet sich noch ein schöner Biergarten und nach rund 20 km sind wir da.

Wir schlendern ein wenig durch die Altstadt – soweit man das überhaupt Schlendern nennen kann. Silke hat große Probleme mit ihren Radschuhen. Die Füße schlafen ihr darin ein und außerdem sind die Sohlen sehr glatt. Nachdem wir eine Weile durch die Fußgängerzone „getänzelt“ sind, fahren wir wieder zurück.

In Arco gibt es noch ein Eis und dann geht es auf dem Radweg weiter bis Dro. Unterwegs steht Silkes Handy leider nicht mehr still. Sie hat erweiterte Bereitschaft und muss den Dienstplan neu organisieren.

Als wir wieder bei Karsten sind, setzt sie sich direkt an den Laptop und ich gehe zum See schwimmen. Genau mein Ding: kalter Bergsee, vielleicht 16 °C, aber superschönes, klares Wasser.

Das einzige Problem, das ich habe, sind die Steine. Bis ich im Wasser bin und später wieder herauskomme, ist das eine ziemlich schmerzhafte Angelegenheit. Ich brauche Wasserschuhe!

17.06.2026

Wir machen heute etwas, das ich in den letzten Jahren tatsächlich noch nie gemacht habe: Wir fahren mit Karsten tagsüber vom Campingplatz weg. Alles bleibt aufgebaut stehen und wir machen einen kleinen Ausflug nach Trento. Dort gibt es einen Decathlon, und wir wollen für Silke nach Radschuhen und für mich nach Wasserschuhen schauen. Mal etwas anderes – ein Stadtbummel als Tagesausflug.

Um es kurz zu machen: Wir bekommen alles, was wir gesucht haben, und natürlich noch ein paar Dinge mehr 🤷🏻‍♂️.

Es ist allerdings unglaublich heiß heute. Deshalb machen wir uns recht bald wieder auf den Weg in die Berge, dort ist es wenigstens ein paar Grad angenehmer. Unterwegs legen wir noch einen kurzen Stopp in Santa Massenza ein.

Santa Massenza ist ein malerisches Dorf mit gerade einmal rund 150 Einwohnern, direkt am gleichnamigen See im Trentino gelegen. Bekannt ist der Ort als die „Grappa-Hauptstadt“ Italiens, denn hier befinden sich gleich mehrere traditionsreiche, familiengeführte Brennereien. Ich kaufe dort immer bei der Destillerie Casimiro ein, die bereits seit 1924 besteht und einen wirklich hervorragenden Grappa herstellt. Die Skatfreunde haben mir dafür auch gleich ein paar Bestellungen mitgegeben.

Zurück bei Karsten geht es erst einmal mit den neuen Wasserschuhen in den See. Ein völlig neues und deutlich entspannteres Badeerlebnis. Zumindest solange man die Wassertemperatur von gerade einmal 16 °C ignoriert. 🥶😜

18.06.2026

Donnerstag, 08:00 Uhr. Der Plan für heute: eine Radtour auf den Monte Velo Santa Barbara. Mit An- und Rückfahrt wären das rund 70 km und 1.500 Höhenmeter geworden.

Diesen Plan verwerfen wir allerdings recht schnell. Es ist morgens um 09:00 Uhr bereits so heiß, dass die Tour keinen wirklichen Sinn macht. Stattdessen entscheiden wir uns für eine kleinere Runde. Zwischen Nago und Arco wurde ein neuer Radweg gebaut, und den wollen wir uns anschauen.

Zuerst verabschieden wir uns noch von unseren Stellplatzbekanntschaften Stefan und Heike, die wir hier kennengelernt haben. Nachdem die beiden weitergefahren sind, stellen wir Karsten auf ihren Platz um. Der bietet doch deutlich mehr Schatten. Bis wir schließlich loskommen, ist es dann fast 12:00 Uhr.

Wir fahren an der Marocche di Dro entlang bis nach Arco und folgen von dort der Pista Ciclabile Richtung Torbole. Anschließend geht es hinauf nach Nago und über den neuen Radweg wieder zurück nach Arco.

Was hier gebaut wurde, ist wirklich sensationell. Entlang der steilen Felswand oberhalb von Torbole hat man immer wieder spektakuläre Ausblicke ins Tal und auf den Gardasee. Allein dafür lohnt sich die Runde schon.

In Arco gönnen wir uns noch ein Eis und fahren anschließend entspannt zurück. Na ja, zumindest bis auf den einen „kleinen“ Anstieg mit 20 Prozent Steigung. Danach rollen wir zurück zum Lago di Cavedine.

Zur Abkühlung geht es direkt in den See, bevor wir zum Abendessen in ein nahegelegenes Ristorante laufen. Der Plan lautete eigentlich: Pizza. Der Plan scheiterte allerdings daran, dass es dort gar keine Pizza gab. Geschmeckt hat es trotzdem ausgezeichnet.

19.06.2026

Heute Morgen wollen wir die Comano-Gravel-Tour fahren. Die Strecke führt entlang des Flusses Sarca, durch die spektakuläre Schlucht Forra del Limarò hinauf auf die Hochebene von Comano und anschließend über den Passo del Ballino zurück Richtung Gardasee. Von dort geht es über die bekannten Radwege bei Arco und Dro wieder zurück zum Lago di Cavedine.

Eine wunderschöne Runde. Durch die Schlucht sind wir vor zwei Jahren schon einmal gefahren – allerdings bergab, bei strömendem Regen und kurz nachdem ich gestürzt war. Damals haben wir von der Landschaft praktisch nichts gesehen. Diesmal haben wir bestes Wetter, und die Schlucht ist einfach nur beeindruckend.

Oben auf der Hochebene angekommen, füllen wir in einem kleinen Ort unsere Trinkflaschen am Dorfbrunnen auf. Als wir den Ort anschließend auf einem Feldweg verlassen, wird es kurz unangenehm. Ein Auto schießt um eine Kurve und wir schaffen es nur um Haaresbreite, einen Sturz zu vermeiden. Silke verpasst die Motorhaube ebenfalls nur ganz knapp. Das war wirklich verdammt eng. Ein paar blaue Flecken und ein gehöriger Schreck bleiben zurück.

Nachdem wir uns gesammelt haben, fahren wir weiter. Kurz vor der Passhöhe entdecken wir am Ortseingang von Comano einen kleinen Biergarten und legen erst einmal eine Pause ein. Danach geht es über den Pass und bergab vorbei am wunderschönen Lago di Tenno bis nach Riva.

In Arco gibt es dann endlich die lang ersehnte Pizza – und die ist nach den Kilometern auch dringend nötig. Sehr lecker!

Die Rückfahrt zu Karsten entwickelt sich anschließend noch zu einem kleinen Rennen gegen das Wetter. Ein Gewitter baut sich auf, und die Markise steht – zwar abgespannt – noch am Stellplatz. Also trete ich bergauf etwas motivierter als sonst in die Pedale. Am Ende gewinne ich das Rennen. Das Gewitter verliert unterwegs offenbar die Lust und verzieht sich in eine andere Richtung. Wetter prima…ich platt!

Später geht es noch einmal zur Abkühlung in den See. Nach den Erlebnissen des Tages genau das Richtige.

Morgen ist Ruhetag, der ist mal wieder nötig.

20.06.2026

Samstag – heute ist eigentlich Chillen angesagt. Ein kleines Problem gibt es allerdings: Wir haben keine Brötchen mehr fürs Frühstück.

Kein Problem. Ich entquietsche schnell die Scheibenbremsen am Rad und dann wollen wir nur kurz nach Dro runterrollen, Brötchen und ein paar Kleinigkeiten einkaufen und wieder zurückfahren. So zumindest der ursprüngliche Plan.

Am Ende stehen knapp 50 km und 500 Höhenmeter auf dem Tacho.

Als wir am See entlangfahren, kommen wir auf die glorreiche Idee, noch einmal zum Lago di Toblino zu fahren und uns das Wasserschloss anzuschauen. Außerdem möchte ich noch ein Foto von der Destillerie in Santa Massenza machen – das hatte ich beim letzten Mal vergessen. Einkaufen können wir ja da unterwegs auch noch.

Dann haben wir spontan im Restaurant am Wasserschloss gefrühstückt und wenig später kam Silke auf die Idee, doch noch am Lago di Cavedine vorbei bis nach Arco zu fahren und dort ein Eis zu essen. Klang alles völlig logisch.

Das einzige kleine Problem: Wir hatten keine Trinkflaschen dabei. Also mussten wir unterwegs immer wieder an Brunnen, Supermärkten oder Bars stoppen, um unseren Flüssigkeitshaushalt halbwegs im grünen Bereich zu halten.

Ganz ehrlich: Bei 36 °C war das eine ziemliche Schnapsidee. Aber es hat auch richtig Spaß gemacht!

Zurück am Campingplatz waren wir dann tatsächlich beide im See schwimmen. Die eine ungefähr eine Minute, der andere länger.

Für den Rest des Tages ist jetzt aber wirklich Ruhe angesagt … definitiv … ganz bestimmt … 😜

21.06.2026

Gestern Abend ist dann noch ein Gewitter aufgezogen, das in der Nacht ordentlich für Stimmung gesorgt hat. Vorsichtshalber haben wir kurz vor dem Schlafengehen noch die Markise eingefahren und alles wetterfest verstaut. Das einzige Problem: Wegen des Starkregens mussten wir sämtliche Fenster schließen. Bei den Temperaturen war das eher unangenehm. Gegen 03:00 Uhr war der Spuk dann vorbei und nachdem wieder alles geöffnet war, wurde der Rest der Nacht deutlich erträglicher.

Gegen Mittag verabschieden wir uns vom Camping le Marocche. Es war wieder sehr schön hier – wir kommen bestimmt noch einmal zurück.

Wir fahren an Trient und Bozen vorbei und landen in Völlan bei Lana auf einem wunderschönen Campingplatz in den Bergen. Das hier hat fast schon Hotelcharakter: Bar, Pool, alles sehr sauber und gepflegt. Wir bekommen sogar noch einen Stellplatz für zwei Nächte.

Nach einer Abkühlung im Pool machen wir uns fertig und laufen die knapp 15 Minuten ins Dorf zu dem Restaurant, das wir uns ausgesucht haben. Dort angekommen stellen wir fest: Ab heute für zwei Wochen geschlossen. Natürlich. Also wieder zurück und stattdessen Pizza in der Campingplatz-Bar. War auch gut.

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