21.07.2025 Preikestolen, der letzte Punkt unserer Liste
Heute steht der Preikestolen auf dem Programm. Um 4:15 Uhr klingelt der Wecker – heute geht’s früh los, wir wollen vor den Massen oben sein. Kurz nach 5:00 Uhr fahren wir hoch zum Preikestolen Basecamp, und nach einem kurzen Frühstück starten wir gegen 6:00 Uhr. Und ja – wir sind definitiv nicht die Ersten!
Der Aufstieg ist, obwohl gut ausgebaut, definitiv kein Spaziergang. Rund 4 Kilometer geht es stetig bergauf, über Felsen, Stufen und große Steinplatten. Zwischendurch kurze Pausen – nicht nur zum Durchschnaufen, sondern auch, um das langsam erwachende Fjordpanorama zu genießen.
Oben angekommen: Wow! Der Preikestolen hängt wie ein riesiger Kanzelblock über dem Lysefjord – 604 Meter geht’s senkrecht runter. Kein Geländer, keine Absperrung, nur Ausblick pur. Ein paar Wanderer sind schon da, aber es ist noch ruhig und entspannt. Das Wetter spielt auch mit: Morgensonne, starker Wind – aber alles noch im Rahmen. Für Mittag ist allerdings Regen angesagt.
Nach gut 45 Minuten oben auf dem Plateau wird es langsam voller, und für uns ist Zeit für den Rückweg. Als uns dabei die Tourimassen entgegenströmen, wissen wir: Früh aufstehen lohnt sich eben doch.
War anstrengend, war eindrucksvoll – war absolut richtig.
Zurück am Übernachtungsplatz gibt’s erstmal eine Dusche, einer geht vorher noch schnell in den Fjord zum schwimmen, dann brechen wir auf Richtung Oslo.
Inzwischen regnet es – wie angekündigt – in Strömen. Wir fahren bis etwa 17:30 Uhr und suchen uns dann auf dem Haukelifjell oberhalb eines Tunnels einen Übernachtungsplatz.
22.07.2025 Fahren gehört dazu, durch die Telemark Richtung Oslo
Die ganze Nacht hat es in Strömen geregnet. Heute Morgen ist es grau in grau, aber immerhin trocken. Nach dem Frühstück geht’s weiter – wir fahren durch die Telemarkregion. Wunderschöne Landschaft! Unterwegs halte ich an der Stabkirche in Heddal, eine der größten und beeindruckendsten in Norwegen. Ich finde sie sehenswert!
Danach geht’s weiter bis nach Skotselv, wo wir auf einen wirklich tollen Disc-Golf-Kurs stoßen. Der Platz ist super gepflegt – wir spielen eine entspannte Runde, die sich über gut zwei Stunden zieht. Macht richtig Spaß!
Anschließend fahren wir weiter, bis kurz vor Drammen. Silke findet in der Nähe eines schönen Badesees einen Übernachtungsplatz. Nach dem Abendessen springen wir (beide!) zur Abkühlung noch eine Runde ins Wasser – perfekter Ausklang für den Tag.
23.07.2025 Oslo in 4,5h und zum Abschluß noch ein Bad in Fjord
Was ein perfekter Ausklang gestern war, ist ein perfekter Start für heute. Eine Runde schwimmen im See und danach gemütlich frühstücken.
Weiter geht es nach Oslo. Als wir in der Hauptstadt ankommen, staunen wir als erstes über die stolzen Parkplatzpreise – ca. 7 €/h. Außerhalb parken und mit der Bahn reinfahren scheitert an den eingeschränkten Parkzeiten (max. 2 h) in den Außenbereichen. Nach kurzer Suche finden wir einen Platz für Karsten und gehen Richtung Zentrum Oslo.
Dummerweise regnet es gerade, aber nach einer halben Stunde scheint wieder die Sonne – und es wird heiß. Oslo gefällt uns: das Königshaus, das Parlament, die Innenstadt und im Hafen das Opernhaus. Im Hafenbereich begeistert uns das neu gebaute Designviertel, und die Baustelle nebenan verspricht, ein toller Wohn- und Lebensbereich zu werden.
Nach gut 4,5 Stunden sind wir wieder an Karsten und verlassen gegen 18:30 Uhr Oslo. Wir fahren noch ein Stück und suchen uns einen Übernachtungsplatz.
Wie der Tag begonnen hat, so endet er: Ich gehe im Fjord schwimmen – wahrscheinlich das letzte Mal auf dieser Reise in einem Fjord 😢, morgen fahren wir nach Schweden🇸🇪.
24.07.2025 Nichts tun!……ich kann das!…..bestimmt!
Schweden, wir kommen – aber nicht heute. Heute machen wir mal tatsächlich gar nichts.
Wir fahren nicht, wir wandern nicht, wir besichtigen nichts. Der Platz hier gefällt uns – also bleiben wir.
Schwimmen im Fjord🏊, ein bisschen lesen📖, ein bisschen ruhen😴. Ich kann das auch – und es fällt mir gar nicht schwer! .… naja, ich bekomme es hin! 😅
Morgen geht’s dann weiter……..🚐🇸🇪
25.07.2025 Zwischenstopp mit Aussicht – Entschleunigung am Vänernsee
Aber heute geht’s weiter. Nach dem Frühstück packen wir zusammen. Noch ein kurzer Stopp zum Pfandflaschen- und Dosenabgeben – dann aber wirklich: Richtung Göteborg / Schweden.
Gegen 13:00 Uhr erreichen wir Trollhättan am Vänernsee. Mit über 5.500 km² ist er nicht nur der größte See Schwedens, sondern auch der größte der EU – eine kleine Binnenmeerkulisse mit Schärenfeeling inklusive.
Danach geht’s weiter, und wir finden einen kleinen Campingplatz kurz vor Mellerud. Hier wollen wir bis Sonntag bleiben – noch ein bisschen ausspannen, schwimmen und mit dem Kajak über den See paddeln, bevor wir am Sonntag die Heimreise antreten.
26.07.2025 Gegenwind und Geistersupermarkt
Es ist heute nicht ganz so heiß, dafür bläst ein kräftiger Wind über den See. Nach dem Frühstück baue ich das Kajak auf, und gegen 12:00 Uhr paddeln wir los. Der Campingplatz liegt etwas zurückversetzt vom See an einem Kanal, und während wir diesen in Richtung See entlanggleiten, sehe ich schon die ersten Segelboote – und die sind ganz schön in Bewegung.
Als wir auf den See rausfahren, empfängt uns eine eher stürmisch bewegte Wasseroberfläche. Wir paddeln noch bis zur nächsten Bucht, entscheiden dort aber direkt, wieder umzudrehen. Der Seegang ist dann doch eher nichts für unser Kajak. Der Rückweg wird ziemlich sportlich – gegen Wind und Wellen. Umso erleichterter sind wir, als wir wieder im ruhigen Kanal ankommen. War zwar nicht ganz ohne – aber hat trotzdem Spaß gemacht!
Erst mal einen Kaffee zur Belohnung – und dann gemütlich ausruhen…
Nach etwa 20 Minuten (also wirklich langem Ausruhen 😜) schlägt mir Silke, die mir meine offensichtliche Tiefenentspannung ansieht, grinsend vor doch mit dem Rad ins nächste Dorf zu fahren und Brot zu holen 🥖 🚴🏼♂️ . Ich werfe einen Blick auf die Karte – flache 18 km, das geht.
Kaum losgefahren, merke ich: flach stimmt, aber ich habe vollen Gegenwind 🌬️. Kein Problem, denke ich – wird sich sicher bald drehen. Zur Info: tut es nicht.
Nach rund 8 km komme ich in ein kleines Örtchen – und entdecke einen ICA-Supermarkt. Perfekt! Die 8 km haben gereicht, da kann ich mir doch glatt 10 weitere sparen. Ich schnappe mir Brot und ein paar Kleinigkeiten, gehe zur Kasse – und warte. Und warte. Und warte. Eine kleine Glocke steht da, also läute ich. Nichts. Ich gehe durch den Markt, suche jemanden. Niemand da. Ich gehe raus, schaue ums Gebäude. Leer. Drinnen: Kasse offen, niemand in Sicht – langsam wird’s skurril.
Ein paar Minuten später kommt ein Auto, eine weitere Kundin steigt aus. Ich frage sie, was hier los ist – und endlich die Erklärung: Samstags nach 15:00 Uhr ist das ein Selbstbedienungsladen. Man braucht eine App, um reinzukommen und zu bezahlen. Offenbar hat das Personal vergessen, die Tür auf „Selfservice“ zu stellen – nur deshalb bin ich überhaupt reingekommen.
Da ich die App natürlich nicht habe, bekommt man nur mit Wohnort in Schweden, stelle ich meine Sachen wieder zurück und fahre weiter nach Mellerud – zum nächsten Supermarkt.
Und weil’s so schön ist, dreht der Wind dann als ich in Mellerud wieder losfahre– und weht mir auch auf dem Rückweg direkt ins Gesicht. Mein Freund der Trainingspartner!
Zurück auf dem Campingplatz springen wir nochmal in die geschützte Bucht zum Schwimmen – und abends gibt’s Pizza aus dem Omnia.
27.05.2025 Die Heimreise beginnt....aber nicht sofort!
Es ist wahr: Heute beginnt die Heimfahrt.
Nach dem Frühstück räumen wir zusammen, füllen noch schnell Wasser auf – und dann geht’s los. Unser erstes Ziel ist Trollhättan, im Göta-älv-Tal gelegen. Früher ein industrielles Zentrum, heute bekannt als Trollywood – benannt nach dem Filmstudio Film i Väst, wo rund die Hälfte aller schwedischen Kinofilme mitproduziert wird. Wer hätte das gedacht?
Karsten bekommt noch eine Portion Diesel, dann rollen wir weiter zur Trollywood Hills Disc Golf Anlage – eine 18-Loch-Turnierstrecke, technisch anspruchsvoll, mit flachen wie auch hügeligen Abschnitten. Genau das Richtige für zwei blutige Anfänger wie uns.
Direkt am Start treffen wir auf einen Spieler – ich komme mit ihm ins Gespräch (wen wundert’s?) – und er gibt uns ein paar Tipps. Ihm beim Werfen zuzusehen ist allerdings auch ein wenig frustrierend: 80–100 m fliegen seine Discs kerzengerade. Unsere? 20–30 m – und meistens nicht geradeaus. 🤦🏻♂️ Aber das wird schon. Irgendwann.
Die Anlage ist richtig gut. Es macht sehr viel Spaß, wir brauchen für die 18 Bahnen gute zwei Stunden. Entfernungen von 150–200 m sind da keine Ausnahme. Und zwischendurch gibt’s regelmäßig das beliebte Suchspiel: „Wo ist die verdammte Disk denn jetzt schon wieder gelandet?“
Danach rollen wir weiter Richtung Malmö. Die Öresundbrücke und Dänemark warten – aber erst morgen. Gegen 19:00 Uhr finden wir einen Übernachtungsplatz direkt an einem Wikingermuseum.
28.07.2025 Abschied mit Spannweite
Heute gilt’s wirklich – Aufbruch Richtung Heimat.
Wir fahren an Malmö vorbei auf die Öresundbrücke.
Die Öresundbrücke (dänisch Øresundsbroen, schwedisch Öresundsbron) ist die direkte Verbindung zwischen Schweden und Dänemark – und ein echtes Stück Ingenieurskunst. Sie verbindet Malmö mit Kopenhagen, ist knapp 8 km lang und geht auf dänischer Seite in einen Tunnel über, der unter der künstlich aufgeschütteten Insel Peberholm hindurchführt.
Kurz darauf folgt schon das nächste Highlight: die Storebæltbrücke (Großer-Belt-Brücke), eine der längsten Hängebrücken der Welt. Mit 7 km Länge, einer Spannweite von über 1.600 m und einer Höhe von 65 m ist sie wirklich beeindruckend.
Das fühlt sich ein bisschen an wie Fliegen – und gleichzeitig wie ein Abschied aus Skandinavien😢.
Kopenhagen lassen wir diesmal links liegen – da war ich ja vor zwei Jahren – und durchqueren Dänemark bis zum Elbtunnel, wo wir prompt im ersten Stau der gesamten Reise landen.
Nach Hamburg geht’s noch weiter bis Soltau. Dort lassen wir den Abend entspannt ausklingen: ein gemütliches Abendessen🥩, ein kurzer Abstecher auf ein Fest an der Therme – und dann eine ruhige Nacht am Stadtpark.
29.07.2025 Letzter Tag und das Ende der Reise
Erstes Highlight des Tages: frische Brötchen vom Bäcker, die hab ich über die letzten Monate wirklich vermisst.
Nach dem Frühstück geht’s weiter. Deutscher Autobahnverkehr und stellenweise kräftiger Regen sorgen für eine teils recht anstrengende, aber problemlose Heimfahrt.
In Limburg halte ich direkt an der Werkstatt und kläre das Thema mit den Keilriemen. Keine Diskussion, diese werden nächste Woche nochmal auf Kosten der Werkstatt gewechselt – alles kein Stress! genau so hab ich mir das vorgestellt. Gegen 16:30 Uhr kommen wir in Guntersblum bei Silke an.
Damit ist meine – unsere – Reise zu Ende.
Erstes Fazit
86 Tage, 13.000 Kilometer und 9 Länder
🇩🇪🇵🇱🇱🇹🇱🇻🇪🇪🇫🇮🇳🇴🇸🇪🇩🇰
Es war eine unglaublich eindrucksvolle Tour. Ich habe viele Menschen kennengelernt, spannende Städte und fantastische Landschaften gesehen Dabei hatte ich das eine oder andere besondere Erlebnis das solch einer Tour auch eine gewisse Komik verleiht🤷🏻♂️
Die Frage, welches Land mir am besten gefallen hat kann ich nicht beantworten. Jedes war auf seine Weise besonders, und alle waren sie absolut sehen- und erlebenswert.
Karsten hat bei allem mitgespielt und auch einiges weggesteckt. Hunderte Kilometer Schotterpiste, steile Auf- und Abfahrten. Schlaglochpisten alles gemeistert. Einige Kleinigkeiten müssen repariert werden und einige Umbauten stehen an. Aber soweit alles super!





