Berge, Schweiz, Italien 2024

Samstag 01.06.2024

Der Start der diesjährigen Sommertour mit Silke gestaltet sich etwas holprig. Eigentlich wollten wir am Feiertag den 30.05. schon starten aber nachdem sich Hendrick das Bein gebrochen hat und Silke deshalb noch bis zum Wochenende zuhause bleiben muss verschieben wir eben auf Sonntag. Macht ja nichts, wir sind ja flexibel. Ich nutze die Zeit um noch einen Termin für die Kalibrierung der Kamera wahrzunehmen. Diese Geschichte begann letzten Oktober als mir ein Stein in die Scheibe von Karsten flog und ich eine neue Scheibe bekam. Leider muss nach einem Scheibentausch die Kamera für die Assistenzsysteme neu kalibriert werden und das und der neue Regensensor sind seitdem ein unendliches und leidiges Thema. 

Es kommt wie es kommen muss. Auch dieses mal fahre ich wieder ohne das etwas gemacht wurde. Die Leute von CarGlas sind äußerst bemüht haben aber nicht die Software um das Steuergerät und die Kamera des Fiat Ducato einzustellen. Einzige Möglichkeit ist wohl eine Fiat Professional Werkstatt aufsuchen. Habe ich zwar schon 2 mal aber die …….  Muss wohl weiter nach einer guten Werkstatt suchen. Dem entsprechend ist meine Laune als ich Samstag Nachmittag bei Silke endlich ankomme. Aber egal, jetzt ist erst mal Urlaub angesagt.

Sonntag 02.06.2024

Montag 03.06.2024

Wir starten gegen 11 Uhr , Etappenziel ist Überlingen am Bodensee. Unterwegs sehen wir in Höhe von Rottweil einen gewaltigen in sich gedrehten freistehenden Turm. Kurze Recherche im Netz, es ist ein „Elevator Testturm“ in dem Aufzüge erprobt werden. Dieser ist für die Öffentlichkeit an Wochenenden geöffnet. Die Besucherplattform befindet sich in 230m Höhe. Das ist doch hochinteressant und wir fahren hin. Im Turm befinden sich 12 Aufzugschächte in denen verschiedene Aufzugsysteme getestet werden. Der gläserne Besucheraufzug benötigt für die 230m gerade mal 30s nach oben. Das sind etwa 8m/s und schon ziemlich schnell. Aber dort schaffen sie schon Geschwindigkeiten bis 18m/s! Die gedrehte Glasfasernetz Außenhülle des Turms sorgt für Luftverwirbelungen des Windes und minimiert die Schwankungen des Turms. Die Aussicht von der Besucherplattform ist großartig und die Technik für mich hochinteressant. Der Turm ist eine klare Empfehlung!!

 

Elevator Testturm
Elevator Testturm
Aussicht ist super... jedenfalls im Hintergrund🤣
Aussicht ist super... jedenfalls im Hintergrund🤣

Auf dem Stellplatz angekommen laufen wir an den See runter und schaffen es gerade noch rechtzeitig uns bei einem Italiener unterzustellen als ein Platzregen über das Land zieht. Wir nutzen die Zeit für ein leckeres Bier und als der Regen vorbei ist schauen wir uns noch ein wenig am See und im Ort um bevor wir wieder zum Abendessen in Karsten zurückgehen.

Bodensee am Abend

Am nächsten Morgen sehe ich durch Zufall, das hier in Überlingen auch eine Fiat Professional Werkstatt ist. Wir fahren nach dem Frühstück hin aber leider haben die haben keine Möglichkeit uns noch heute einzuschieben. Ich lass das jetzt erst mal und werde mich nach dem Urlaub weiter darum kümmern. Wir fahren weiter an den Rheinfall nach Schaffhausen. Durch die Regenfälle der vergangenen Wochen herrscht Hochwasser und der Rheinfall ist um einiges gewaltiger als er sonst. Mit einem Boot fahre wir auf die andere Seite des Wasserfalls und die Überfahrt ist schon ein kleines Erlebnis. Nach ca. 2,5h sind wir wieder zurück und jetzt fahren wir weiter bis nach Andermatt. Nachdem wir auf dem Stellplatz eingecheckt haben treffen wir noch Simon und Lea zum Abendessen. 

Deutlich Hochwasser am Rheinfall Schaffhausen

Dienstag 04.06.2024

Als wir am Morgen aufwachen scheint die Sonne, Kaiserwetter. Nach dem Frühstück radeln wir los, heutiges Ziel Gotthardpass. Wir fahren bis Hospental und dort beginnt die Auffahrt zum Pass. Erst auf der alten Strasse und dann nach einer Weile wechselt es auf die neue Strasse. Die eigentliche MTB Strecke bin ich schon einmal gefahren, ehrlich gesagt „bergab super, bergauf naja!“ muss ich nicht nochmal haben und jetzt wo es noch überall nass und schlammig ist erst recht nicht. Im oberen Viertel der Strasse zweigt die alte Passstrasse wieder ab, aber diese ist voller Schnee und noch nicht befahrbar. Wir schauen noch kurz einer Schneefräse zu die sich ihren Weg durch die Schneemassen kämpft und fahren weiter auf der Hauptstrasse. Oben angekommen sind wir mehr als beeindruckt. Meterhohe Schneewände, so etwas habe ich noch nicht gesehen. Der Pass ist erst seit 14 Tagen für den Verkehr geöffnet, als ich die Schneemassen sehe weiß ich auch warum. 

Es hat noch "geringfügig" Schnee am Gotthardpass 😲

Nach einer Bratwurst vom Grillstand, sehr lecker, fahren wir weiter auf der anderen Seite des Passes runter ins Tal nach Airolo. Beim Imbiss haben wir uns mit einem netten Mann unterhalten der uns empfahl bis ins Tal zu fahren und dann mit dem Zug durch den Tunnel nach Göschenen zurück. Geniale Abfahrt. In Airolo am Bahnhof gibt es dann erst mal einen Kaffee und da es erst kurz nach 13 Uhr ist entscheiden wir uns wieder über den Pass zurück zu radeln. Ich geb es ja zu….. eigentlich bekloppt. Wir fahren dieses mal die alte Passstrasse hoch, die Tremola, bis diese dann gesperrt ist und wir wieder auf die Hauptstrasse wechseln müssen. Es ist eine wunderschöne Auffahrt. Die Aussichten sind grandios und das haben wir bei der schnellen, sehr schnellen!, Abfahrt gar nicht sehen können. Diese Strecke zurück zu fahren hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Als wir zurück in Andermatt sind sind es fast 60km und 1650hm.

Die "Tremola", alte Passtrasse zum Gotthard, noch unpassierbar
Die "Tremola", alte Passtrasse zum Gotthard, noch unpassierbar
Wir können auch Pause
Wir können auch Pause

Mittwoch 05.06.2024

Das Wetter ist wieder perfekt. Nach dem Frühstück fahren wir mit den Rädern ins Unteralbtal hinauf. Ich bin schon mehrfach in das Tal hineingewandert und heute wollen wir sehen wie weit wir mit den Rädern kommen. Der Weg zieht sich immer ins Tal hinauf und nachdem wir, mehr oder weniger trocken, einen Bachlauf durchquert und ein Schneefeld überquert haben ist auf knapp 2000m Höhe der Weg zu ende, Schnee! Ab hier ist alles zu, weiterkommen unmöglich. Wir schauen noch ein wenig und fahren dann ca. 100m zurück zu einer Hütte mit schöner Sitzgelegenheit davor. Hier rasten wir erst mal und genießen die Landschaft. Es ist wunderschön hier oben. 

Auf dem Weg hierher haben wir auch ganz viele Murmeltiere gesehen die immer wenn wir näher kommen ganz entspannt in irgendwelchen Erdlöchern verschwinden um dann nachdem wir weg sind wieder raus zu kommen. Für ein vernünftiges Foto reicht es leider nicht. Als wir wieder in Andermatt sind fahren wir weiter zur Teufelsbrücke und Schöllenenschlucht. Wir laufen einen ca. 30min Rundweg und durchqueren dabei auch einen Stollen der sich einige 100m durch den Berg zieht. Brücke und Schlucht sind unbedingt sehenswert.

Donnerstag 06.06.2024

Auch heute wollen wir wieder mit den Rädern eine Runde drehen. Die geplante Tour führt durch das Urnerertal bis nach Realp. Am Ortseingang geht es dann rechts den Berg hinauf. Der Weg wird immer steiler und irgendwann für uns nicht mehr fahrbar. Wir schieben noch ein Stück weiter aber mit dem Wissen das wahrscheinlich ab 2000m nichts mehr geht drehen wir schließlich um. An der letzten Abzweigung wurde ein Rundweg angezeigt den wir jetzt weiter fahren. Ca. 2km später müssen wir ein kurzes Stück den Berg runter schieben, über einen Bachlauf und dann ist da ….nichts mehr vom Rundweg zu sehen. Ok…wie weiter? Wir rollen ein kurzes Stück über eine Wiese den Berg runter und sind dann mitten auf dem Realper Golfplatz. Soweit so gut aber der Weg runter vom Platz erweist sich auch als nicht so einfach. Wir irren eine Weile umher und nachdem wir einige Golfer um Rat fragen zeigen sie uns den nächstgelegenen Weg, so ungefähr jedenfalls. Nach weiteren 10min sind wir dann endlich auf der Straße zum Furkapass und fahren sie hoch. Mal sehen wie weit wir kommen?….. Genau zwei Kehren, dann ist gesperrt! Weiter oben ist die Strasse durch einen Erdrutsch beschädigt, da Reparaturarbeiten an der Abstützung in Gange sind ist wegen weiterer Steinschlaggefahr alles zu. Weiter oben geht es außerdem eh nicht weiter, es liegen noch über 6m Schnee auf der Passhöhe. Furka wird frühestens am 26.6. geöffnet. Wir rollen runter nach Realp und biegen ins Witenwasserental. Da bin ich im Herbst schon hoch. Auf knapp 2000m setzt uns die Natur wieder Grenzen. Die Strasse ist komplett zugeschneit und ein Weiterkommen nicht möglich. Wir fahren zurück richtung Andermatt

Die Grenze des fahrbaren
Die Grenze des fahrbaren

Am Eingang zum Tal ist die Werkstatt der Dampflokbahnlinie. Als wir vorbei radeln wird eine Lok gerade fertig gemacht und ich kann sie mir genauer anschauen. Ein Prachtstück vergangener Technik. Weitergeht es das Tal hinauf. Andermatt. Als wir wieder an der Bahnlinie vorbeikommen fährt die Dampflok gerade zu einer Probefahrt. Ein Schauspiel. Abends gehen wir mit Lea Schweizer Rösti essen. Sehr lecker. Simon muss leider arbeiten.

Freitag 07.06.2024

Bevor wir heute weiterfahren gehen wir eine Runde Laufen. Seit Ende Februar hatte ich Schmerzen im rechte Knie und ich hab mit dem Laufen ausgesetzt. Inzwischen bin ich weitgehend Schmerzfrei und ich will es heute das erste mal wieder testen. Wir laufen eine kurze Runde über den Golfplatz. Ca. 5km und diese sind erst mal anstrengend aber machen so richtig Spass. Das Beste an der Sache aber….keine Schmerzen. Nach der Dusche und dem Frühstück fahren wir los. Über den Gotthardpass nach in Richtung Italien. Es ist schon faszinierend wenn man mit dem Auto die Strecke fährt die man mit dem Rad schon gefahren ist. Gegen 18.00 Uhr kommen wir am Campingplatz am Lago de Cavedine an. Als wir einchecken erfahren wir das heute am Platz Pasta gekocht wird und ob wir mitessen wollen. Natürlich wollen wir und ab 19:30 Uhr steht auf der Platzterrasse eine große Tafel an der alle Gäste sich zum gemeinsamen Abendessen treffen. Bei Pasta, Brot und Wein erleben wir einen tollen Abend mit vielen netten Leuten.

Samstag 08.06.2024

Ich habe eine Bikertour zum Lago di Tenno geplant. Dort wollen wir die Mutter von Silke, die zufälligerweise mit ihrem Lebensgefährten Andreas hier in der Gegend ist, treffen. Die Tour führt durch Arco. Meine Bremse schleift und ich habe mein Multitool am anderen Fahrrad vergessen. Kein Problem, hier gibt es sehr viele Radläden und die verkaufen auch welche. Nach kurzen Einstellarbeiten fahren wir weiter, gefühlt endlos, den Berg hinauf. Nach gut 40km sind wir dann am See wir am See, gleichzeitig mit einem Gewitter, an. Wenn es in den Bergen eines gibt vor dem ich mächtig Respekt habe dann ist es Gewitter. Wir rufen noch Silkes Mutter an um ihr mitzuteilen, dass wir so schnell es geht vom Berg runter fahren und uns dann besser in Arco treffen. Als wir losfahren fängt es auch schon zu regnen an. Bei der Abfahrt werden wir so richtig gewaschen und als es auch noch anfängt zu Hageln macht es eigentlich einen Spass mehr. 15km später, als wir in Arco ankommen, hat es auch schon wieder aufgehört. Als dann auch  Silkes Mutter und Andreas treffen sind wir auch schon wieder ein wenig trocken. Wir essen gemeinsam und als wir dann die letzten 15km zurück zum Campingplatz fahren ist das Wetter wieder prima. Am Abend sitzen wir noch eine Weile mit den Nachbarn am Campingplatz zusammen. Über dem ganzen Zeit und Wetterdruck ist nicht mal ein Foto an dem Tag entstanden…geht eigentlich gar nicht!!!

Sonntag 09.06.2024

Nach einer ruhigen entspannten Nacht wollen wir vor dem Frühstück eine kleine Runde laufen gehen. Wir starten und laufen rund um den Lago de Cavedine. Die Strecke um den See ist knapp 7km lang und es läuft sich wieder recht schmerzfrei. Als wir am Campingplatz ankommen haben sich gerade unsere Nachbarn gegenüber, Corina und Mitch mit ihren Hunden Bruno und Banjo zur Abfahrt fertiggemacht. Sie stehen noch an der Grauwasserentsorgung als wir kurz ins Gespräch kommen. Das Ergebnis sie bleiben noch länger und wir gehen später gemeinsam mit Carsten und Helga aus dem Wohnwagen nebenan, an den See baden. Was man so baden nennt. Der See ist eiskalt, ich schwimme einige kurze….sehr kurze Runden und Silke lässt es erfrischend an den Beinen wirken. Auch Carsten und Corina gehen mal ganz rein. Am Nachmittag setzen wir uns gemütlich zusammen und haben noch einen sehr fröhlichen Rest vom Tag.

Montag 10.06.2024

Nachdem Corina und Mitch das zweitemal zur Heimfahrt angetreten und dann doch noch geblieben sind starten Silke und ich eine Radtour zum Lago de Molveno. Die Strecke zieht erst durch das Tal entlang um dann den Berg hochzuziehen. Naja…. Bis zur Absperrung wegen Steinschlag halt. Wir fahren ein Stück weiter am See entlang bis wir eine weitere Möglichkeit den Berg hoch finden. Erst führt der Weg steil an einem Gebirgsbach hinauf um dann noch steiler , 29% Steigung, weiter zu gehen. Durch ein Dorf und dann gefühlt mit deutlich über 30% Steigung bis zu einer alten Passstrasse. Diese verläuft dann wunderschön oberhalb der Sarcaschlucht um den Berg um dann wieder runter zum See zu führen. Sehr schöne Strecke und sehr fordernd. Gut das wir die E-Bikes mitgenommen haben, das hätten wir mit Biobikes nur größtenteils schiebend geschafft. Am See habe ich noch etwas über 55% Restkapazität im Akku und wir fahren weiter den See entlang um dann in Richtung des nächsten Gebirgspasses, PAsso di Giovanni, den Berg steil wieder hoch zu fahren. Wahrhaftig steil, auf der Sattelspitze sitzend und die Brust fast auf dem Lenker kämpfen wir uns die nächsten 300hm den Berg hinauf. Als es dann leicht zu tröpfeln beginnt schauen wir auf unseren Akkustand und die Karte und beschließen das weitere 500hm mit knapp 35% Rest und einsetzendem Regen eher schlecht sind. Wir kehren um und fahren runter zur Straße. Inzwischen regnet es sehr stark und die Regenjacken kommen wieder zum Einsatz. Als wir dann die Strasse entlang fahren drehe ich mich nach Silke um und sehe sie im ersten Moment nicht hinter mir. Als ich mich weiter drehe verziehe ich den Lenker und komme von der Straße ab. Ich stürze in die Böschung und bleibe in einem Gebüsch liegen. Nachdem ich mich erst mal wieder berappelt habe schaue ich erst mal nach dem Rad und dann ob bei mir noch alles in Ordnung ist. Soweit alles gut gegangen. Die Schulter schmerzt aber Schlüsselbein ist noch in Form und der Arm läßt sich auch, natürlich nicht ganz schmerzfrei, bewegen. Wenigstens hat es wieder aufgehört zu regnen. Wir fahren weiter und unterwegs regnet es immer mal mehr oder weniger. Die Abfahrt durch die Sarcaschlucht ist sensationell, leider können wir es nicht so genießen, der Schock und das Wetter sind einfach zu schlecht. Am Campingplatz angekommen steht uns das Wasser wieder in den Schuhen. Nachdem wir die Räder und anschließend uns gewaschen haben geht es auch wieder. Zum Abendessen gibt es Bratwurst vom Grill und anschließend noch ein oder zwei Gläser mit der Nachbarschaft.

Dienstag 11.06.2024

Ja was soll ich sagen, die Schulter funktioniert, aber schmerzt. Wir gehen es heute ruhig an. Das Wetter weiß heute auch nicht so richtig was es will. Nach dem Frühstück kümmere ich mich mal etwas um die Räder, reinigen ölen und was man so macht. Danach ist erst mal entspanntes gar nicht machen……genau meins halt🥱…..oder so🤷🏻‍♂️!! Leider hab ich die Ersatzbremsklötze für die Räder zuhause gelassen, da die meinigen weitgehend runter sind „muss“ ich am Nachmittag nach Arco radeln um dort welche zu kaufen. Silke freut sich auch  🤦🏻‍♂️das ich so unternehmenslustig bin. Gegen 16.30 Uhr fahren wir entspannt über die Radwege bis Arco, schlendern durch die Fußgängerzone und holen die benötigten Bremspads im Radgeschäft. Als wir wieder zurück sind sind wir immerhin 27km gemütlich geradelt. 

Mittwoch 12.06.2024

Wir wollen durch das Naturschutzgebiet der Marocce di Dro, die hier direkt nebenan ist wandern. Gegen 12:00 Uhr laufen wir entspannt los und kurz darauf befinden wir uns in dem unwirklichen Felsengebiet. Gefühlt ist heute der wärmste Tag seitdem wir hier sind. Mag aber auch an der Reflektion der Sonne auf den hellgrauen Felsen liegen. Die Strecke zieht gerade mal 7,5km durch die Felsenlandschaft für die wir über 2,5 Stunden brauchen. Eine sehr anstrengende aber auch wirklich sehr schöne Tour. Wir sind komplett durchgeschwitzt als wir wieder am See ankommen. Das erfordert noch einen Bogen zum SeeKiosk um die leeren Flüssigkeitsspeicher mit einem Kaltgetränk wieder aufzufüllen. Am Abend gehen wir auf Empfehlung in die Osteria da Gio zum Abendessen. Wirklich sehr gutes Essen, Silke hat Tagliatelle mit Steinpilzen und ich Gnocci mit Speck, Pfifferlingen und Brennnesseln. Super! Den Heimweg zu Karsten schaffen wir gerade noch vor dem Gewitter was sich dann die ganze Nacht austobt. 

Donnerstag 13.06.2024

Es ist an der Zeit den weiteren Verlauf des Urlaubs grob zu planen. Normalerweise bleibe ich nicht länger an einem Ort, aber es gefällt uns hier sehr gut. Deshalb bleiben wir noch bis Samstag. Danach wollen wir auf die Seiser Alm und dort zwei Tage bleiben. Von dort nach Wolkenstein/Gröden, die Sellaronda mit dem MTB fahren. Ende des Trips wird ein Besuch bei Stefan und Yvonne, die gerade auch in Südtirol sind, sein. Aber bis dahin ist noch eine Weile. Erst mal nehme ich mein Rad in die Kur, Sturzfolgen wieder richten und die gekauften Bremsbeläge austauschen. Okay das machen wir dann nochmal, die neuen Beläge passen nicht und ich musss sie erst mal im Laden umtauschen….dumm gelaufen!

Wir fahren gegen 13:00 Uhr mit den Rädern wieder nach Arco. Diesmal versuchen wir oberhalb vom Campingplatz eine Strecke nach Arco die im April wegen Steinschlag gesperrt war. Die Strasse zieht den Berg rauf und am Abzweig steht tatsächlich immer noch ein Sperrungsschild. Vor uns sind zwei Mountainbiker die wie selbstverständlich daran vorbeifahren, scheinen sich auszukennen. Naja wir fahren einfach mal hinterher, umkehren geht immer. Als die beiden kurz darauf an der Sperrung einfach wie selbstverständlich um das Gatter herum schieben und dann weiterfahren sind wir mal mutig und machen wir das auch so. 50m weiter ist die Sperrung zu Ende. Keine Ahnung wo hier ein Steinschlag gewesen sein soll und warum immer noch gesperrt ist🤷🏻‍♂️? Es folgt ein sehr schöner Weg der in einer sehr spassigen Abfahrt ins Tal endet. Wir fahren bis Arco und schlendern erst mal durch die Altstatt um dann an der Piazza ein Eis zu genießen. Danach holen wir die passenden Beläge für die Bikes. Wir kommen gerade noch passend zurück. Silkes Mütter und Andreas besuchen uns am Campingplatz und wir gehen anschließend mit ihnen und Carsten und Helga gemeinsam in die Osteria. 

Freitag 14.06.2024

Wir wollen heute nur nach Riva, kurz durch die Altstadt schlendern und dann noch in Arco ein paar Kleinigkeiten einkaufen und vor allem Eis essen. Aber zuerst werden die Beläge an den Rädern gewechselt. War höchste Zeit, bei mir ist hinten schon das Metall der Trägerplatte zu sehen. Gegen Mittag fahren wir los und folgen dem Radweg an Arco vorbei bis Riva. Am See herrscht ein wirklich starker, kalter Wind und eigentlich ist es uns zu voll hier. Nachdem wir durch die Altstad durch sind fahren wir direkt wieder nach Arco zurück. Da die Geschäfte noch Mittagspause haben kommt jetzt der beste Teil des Mittags…..Eis🍦…..lecker. Arco gefällt uns besser wie Riva. Es ist nicht überlaufen und ganz so extrem auf Tourismus getrimmt. Am Abend gehen wir mit Carsten und Helga sehr gut in Arco Pizza essen. Später schaue ich mir noch das Eröffnungsspiel der EM in Ruhe vor dem Wohnmobil an.

Samstag 15.06.2024

Time to say goodby, es geht weiter, nachdem wir Karsten startklar und gefrühstückt haben ist die Zeit des Abschieds gekommen. Camping le Marocce am Lago de Cavedine zählt für mich zu den schönsten Plätzen überhaupt, die Gegend hier ist für mich/uns perfekt. Wir haben hier tolle Menschen kennengelernt und eine wunderbare Zeit hier verbracht. 

Erst mal geht es jetzt nach Santa Massenza am ende des Tals. Ich habe einige Bestellungen für Grappa bekommen den wir noch holen müssen. Danach geht es wir weiter nach Südtirol in die Dolomiten. Als ich Mittwoch auf dem Campingplatz „Seiser Alm“ angerufen habe und nach einem freien Platz fragte war alles voll. Es gäbe noch eine zugehörigen kleine Wohnmobilstellplatz der aber nicht reserviert werden könne. Wir versuchen unser Glück und bekommen tatsächlich noch den vorletzten freien Platz. Ich liebe es wenn eine Planung funktioniert. 

Das Wetter ist regnerisch und diesig aber die Landschaft sieht trotzdem sehr vielversprechend aus, soweit die Wolken uns etwas sehen lassen. Später fahren wir noch auf „Erkundungsfahrt“ mit dem Rad nach Seis. 

Sonntag 16.06.2024

„Seiser Alm Hütten Tour Nr. 253“ haben wir uns vorgenommen. Vorher die Anfahrt auf die Alm über die Verbindungsstrecke Seis-Compatsch Nr. 290. Nachdem wir nach Seis hinein geradelt sind finden wir auch nach kurzer Suchfahrt das erste Schild mit der 290. Perfekt jetzt nur noch den Schildern folgen. Irgendwie ist da was nicht so richtig. Als wir auf der Alm ankommen haben wir in Summe genau „ein“ Schild gesehen…und zwar das erste ! Egal wir sind oben und die Entfernungs- und Höhenangaben stimmen. Nach kurzer Orientierung finden wir den Start der Hüttentour und folgen der 253. Eine wunderschöne Runde über die Seiser Alm, unterhalb von Platt- und Langkofel mit sensationellen Aussichten auf das Sellamassiv und Schlern-Rosengarten. Die Tour ist vorbildlich ausgeschildert und führt an bewirtschafteten Hütten vorbei wo wir dann auch einkehren. Das Wetter ist eher bewölkt aber von Zeit zu Zeit zeigen sich die Berge in ihrer ganzen Pracht. Gegen 18:00 Uhr sind wir zurück, müde aber von der Tour begeistert. 50km und 1800hm, wir hätten uns die Anfahrt erleichtern können und mit der Seilbahn fahren, aber…..🤷🏻‍♂️! Als wir am Abend vor Karsten in vollem Sonnenschein sitzen zeigt sich der Schlern imposant in vollem Sonnenlicht……traumhafte Kulisse.

Montag 17.06.2024

Geplant war heute nach Wolkenstein weiterzufahren und dort die Sellaronda, aber hier bietet die Umgebung noch so vieles. Deshalb bleiben noch wir einen Tag länger und fahren hier noch eine Tour. Die Umrundung des Puflatsch, Tour 283, sieht ganz ansprechend auf der Karte aus. Wir fahren kurz nach 11:00 Uhr los in Richtung Seis. Ich habe auf der Karte gesehen, wenn wir kurz hinter dem Golfplatz der ca. 1km hinter dem Campingplatz ist, links ein Stück runter fahren kommen wir auf eine andere Tour, Tour 259, welche genau zum Startpunkt unserer Route führt. Gesagt getan und…Fehler!!!!! Es geht steil den Berg runter und als wir auf der Route sind, fahren wir alles auf der anderen Talseite hoch um in dann doch wieder in Seis anzukommen. Das wäre über den Radweg oben deutlich einfacher gewesen….naja, egal🤷🏻‍♂️! Von da geht es nach Kastelruth und, nachdem wir den Startpunkt gefunden haben, folgen der Tour 283. Es ist eine schöne und auch sehr anspruchsvolle Strecke die aber für mich zu viel an der Strasse entlang führt. NAch einer weiteren langen und anstrengenden Auffahrt stehen wir vor einer massiven Absperung, Steinschlag hatten wir auch schon öfter in diesem Urlaub! Wir müssen ca. 2km die Strasse zurück runterfahren um dann über die Hauptstrasse nach St. Ulrich zu kommen. Mit der Seilbahn gondeln wir dann wieder zur Seiser Alm hoch. Ist doch mal was Anderes mit den Bikes und nicht den Ski in der Gondel! An der Bergstation angekommen sind wir auf der anderen Seite des Hochplateaus als gestern. Wir folgen dem ausgeschilderten „Panoramatrail“ und der Name passt, eine Landschaft wie gemalt. Nach einer gute Stunde Fahrzeit sind wir in Compatsch und nach einer Einkehr dort fahren wir die Strasse von gestern  runter nach Seis und zum Campingplatz. Bei strahlendem Wetter genießen wir den Abend bei Bratwurst vom Grill.

Dienstag 18.06.2024

Weiter im Plan. Wir verlassen Seis und fahren weiter. Stefan und Yvonne sind im Gsieser Tal in Unterplanken. Das ist etwa eine Stunde entfernt von uns. Wir haben die beiden schon lange nicht mehr gesehen und freuen uns auf das Treffen. Stefan hat uns den Stellplatz für die Nacht hinter dem Hotel organisiert. Nachdem wir angekommen sind, Karsten abgestellt und uns das Hotel angeschaut haben wandern wir ein Stück durch das Tal. Später wir alle Vorzüge des Hotels, Kaffeebüffet, Schwimmbad, leckeres mehr Gänge Abendessen und am nächsten Morgen ein sensationelles Frühstücksbüffet. Vielen Dank für die tolle Zeit!

Mittwoch 19.06.2024

Wir treten heute die Rückreise an. Die Fahrt geht über die alte Brennerstrasse, durch Innsbruck und durch Seefeld nach Deutschland. Am Kochelsee machen wir Zwischenstopp. Gottfried hat mir vorgestern geschrieben das sie spontan hier auf dem Campingplatz sind und da der Rückweg nach Hause passt, bleiben wir hier auch noch einen Tag. Nachdem wir angekommen sind gehen wir erst mal im See baden und abends beim EM Spiel der Deutschen grillen wir gemeinsam. Was ein Spass! 

Donnerstag 20.06.2024

Nach dem Aufstehen gehe ich in den See schwimmen. Als ich Gottfried frage ob er mitgeht tippt er sich mit dem Finger auf die Stirn….weiß nicht genau was er mir sagen wollte🤔…..wahrscheinlich das er darüber nachdenkt🤷🏻‍♂️. Super erfrischend aber gestern war das Wasser deutlich wärmer! Nach dem Frühstück fahren Silke und ich mit dem Rad eine Tour nach Murnau. Dort hat Silke noch „Verwandschaft“ die sie gerne mal kurz besuchen möchte. Im Anschluß daran radeln wir um den Staffelsee. Auf der Rückfahrt fängt es an zu Regnen. Wir stellen uns eine halbe Stunde unter einer Autobahnbrücke unter, ertrinken wäre die Alternative gewesen. Als wir am Campingplatz zurück sind stehen 75km auf der Uhr. War schon anstrengend. Nach den Bad im See müssen wir uns sputen damit wir im Campingplatzrestaurant noch etwas zu essen bekommen „Warme Küche“ nur bis 19:00 Uhr. 

Freitag 21.06.2024

Das war es dann mit dem Urlaub. Frühmorgens nochmal zum Baden in den See. Gottfried überlegt es sich , er tippt sich als Zeichen wieder an die Stirn 😜! Ich finde es super!

Nach dem Frühstück geht es dann auf den Heimweg. Gegen 17:30 Uhr sind wir in Guntersblum, pünktlich zum Unwetter.

Schön war es! …..Eine tolle Zeit mit vielen Aktivitäten, Erlebnissen und Eindrücken. Wir haben neue und interessante Menschen kennengelernt. Wir haben uns mit Freunden getroffen und viel Spass gehabt. Andermatt mit Simon und Lea, der Campingplatz am Lago di Cavedine, die Seiser Alm, der Tag mit Stefan und Yvonne im Gsieser Tal und der Zwischenstopp am Kochelsee bei Sylvia und Gottfried waren Highlights dieser Reise.

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