Nordkap 2023, 5. Woche

Montag 31.07.2023, 29. Tag

Dieser Montag ist besonders. Zum einen ist Halbzeit, die Hälfte der geplanten Reisezeit ist vorbei, zum anderen muss Silke heute leider zurückfliegen ✈️. Sehr schade!!

Silke packt nach dem Frühstück ihre Reisetasche🧳und ich fahre mit dem Mountainbike🚵🏻‍♂️ eine kleine Runde. Der Weg zieht sich entgegen der Richtung, die wir gestern gelaufen sind. Nach einer Weile drehe ich um und fahre zum Wohnmobil zurück. Die Abfahrt ist sehr verblockt und teils recht knifflig, macht aber Spass. Kurz vor dem Wohnmobil passe ich einen Augenblick nicht auf und stürze. Vorweg…. dem Rad ist nichts passiert und mir geht es auch gut. Einige Abschürfungen und leichte Prellungen🙋🏻‍♂️ sonst nix, Glück gehabt!. Um 13:00 Uhr fahren wir zum Flughafen. Der Abschied fällt uns beiden schwer. Da werden doch schon einige Tränen verdrückt. Nachdem Silke durch den CheckIn gegangen ist gehe ich zum Ticketautomaten und will das Parken zahlen. Irgendwie haben der Automat und ich ein Verständigungsproblem. Vielleicht stelle ich mich auch nur etwas blöd an. Am Ende hab ich ein Ticket bezahlt, aber ob das alles so richtig war, da bin ich mir nicht sicher. Ich hebe es mal lieber auf!

Als ich dann losfahre halte ich noch an der hiesigen LPG Tankstelle. Ich will den Tank wieder auffüllen, haben ist besser als brauchen! Heute ist irgendwie nicht so mein Tag. Der Automat will meine Karte nicht. Während ich mich mit der Technik auseinandersetze kommen zwei mit einem riesigen Wohnmobil und motzen mich doch tatsächlich unfreundlich an. Ich solle mich gefälligst beeilen. Das kenne ich gar nicht, das Camper unfreundlich und nicht hilfsbereit sind. Habe kurz überlegt ob ich mich auf Diskussionen einlasse, aber bevor ich mich aufrege…..🤷🏻‍♂️.

Habe die D…en vorgelassen und es dann noch mal in aller Ruhe versucht. Geht doch….. keine Ahnung was da vorher los war. 17,5 Liter Gas dieses Mal. Wir haben doch mehr heizen müssen. Es ist kühl hier im Norden. Eventuell hatten die in Schweden auch nicht ganz vollgefüllt, da kam es mir schon wenig vor. Aber jetzt ist wieder voll.

Ich verlasse Alta und fahre ca. 2h bis zu einem kleinen Parkplatz. Hier startet der Wanderweg zum Fosselvfossen. Einem Wasserfall  den man von der E6 sogar sehen kann. Der Wanderweg zieht sich knapp 2km den Berg hinauf und wird am Ende immer schmaler am Hang. Ich gehe soweit ich kann. Am Ende ist es doch sehr steil und glatt und nicht das Risiko wert das was passiert, obwohl ich wirklich gerne noch bis ran geklettert wäre. 65m stürzt das Wasser runter. Schon sehr imposant. Nach knapp 2h bin ich wieder an Karsten zurück und fahre noch 11km weiter zum selben Stellplatz an dem wir vorige Woche standen. 

31072023_IMG_1800-Bearbeitet -oelitours.de
Unglaubliche Panoramen unterwegs
31072023_IMG_1801 -oelitours.de
Fosselvfossen
31072023_DJI_0113-Verbessert-RR -oelitours.de
Suchspiel: Wo bin ich?

Dienstag 01.08.2023, 30. Tag

Die Nacht war sehr ruhig und gemütlich. Heute geht es nach Tromsø. Frühstück mit Polarbrot und mal kurz die Abfahrtzeiten der Fähre, ab Olderdahlen, nachgeschaut Um 10:50 Uhr fährt eine, passt gut. Bis ich loskomme ist es 10:00 Uhr und die Fahrzeit laut Navi 45min, knapp aber geht schon. Naja….. bis auf die Baustelle ca. 500m vor der Fähre. Die hatte ich nicht auf dem Schirm. An der stehe ich nämlich 10min vor Abfahrt, der Fähre,🤦🏻‍♂️ eine gefühlte Ewigkeit. Als ich durch bin und ankomme geht die Fährbrücke schon hoch🤷🏻‍♂️….. und wieder runter. Die haben mich gesehen und nehmen mich noch mit. Glück 🍀muss man haben!

Zur nächsten Fähre sind es etwa 40 Minuten und dort angekommen läuft die gerade ein. Die Zeiten der Fähren sind so, dass keine großen Wartezeiten entstehen. Um 14 Uhr erreiche ich Tromsø und meinen Stellplatz für die Nacht. Habe mir auf Komood eine Route in die Stadt und rundherum rausgesucht. Um 15 Uhr radele ich los. 1. Ziel Eismeerkathedrale. Um es kurz zu machen, diese hat mich sehr enttäuscht. Ja, der Bau ist schon ganz nett anzusehen, aber sonst …. Ich spare mir die 70 Nok Eintritt. Habe kurz durchs Fenster geschaut. Kahler Kirchenraum wie die Kirchen aus den 60er und 70er so sind. 

01082023_img_1821 -oelitours.de
Eismeerkathedrale

Ich radle weiter erst über die Brücke und dann durch die Stadt und über den Hügel auf die andere Seite . Die können hier richtig steil stelle ich unterwegs fest. Als ich etwa auf der Hälfte der Tour bin fängt es zu regnen an. Passenderweise hab ich die Regenjacke, vorhin hatten wir strahlenden Sonnenschein🌞, nicht mit. Als ich in der „Fussgängerzone“ stehe und mich kurz orientiere spricht mich einer an. Ulli, den hatte ich heute Mittag kurz auf der Fähre kennengelernt. Er ist auch mit dem Rad unterwegs. Wir unterhalten uns eine Weile und beschließen noch gemeinsam auf den Fjellheisen zu wandern. Hatte ich eigentlich für Morgen geplant, aber ist ja lange hell und hat aufgehört zu regnen. Die Tour beginnt an der Seilbahnstation und führt dann über eine von Sherpas gebaute Steintreppe, 1200 Stufen hinauf zur Bergstation. 427 hm….. schon sportlich! In der Bergstation belohnen wir uns mit einem Bier, 12,50 € 🤦🏻‍♂️ auch sportlich, aber das ist hier halt so! Die Aussicht über die Stadt ist traumhaft. Die Mitternachtssonne scheint….einfach schön. Wir wandern weiter und sind um 22:30 wieder bei den Rädern an der Seilbahnstation. Um 23.30 Uhr sind wir zurück an Karsten, Ulli steht 3 Autos neben mir. 

Waren heute knapp 28km/390hm radeln und 6,6km/430hm wandern. Nach der Dusche geht es direkt ins Bett. Bin ganz schön müde.

01082023_img_1826 -oelitours.de
Scherpatreppe auf den Fjellheisen, 1200 Stufen!
01082023_img_1831 -oelitours.de
Tromsø, Aussicht vom Fjellheisen bei Mitternachtsonne

Mittwoch 02.08.2023, 31. Tag

Ich komme heute nicht so richtig in die Gänge. Bin zwar seit 07:00 Uhr wach aber es treibt mich nicht so richtig. Die Sonne scheint und bis ich dann gefrühstückt habe ist es schon nach 11:00 Uhr. Noch im Supermarkt einkaufen und bis ich loskomme ist es schon Mittag.

Die Strecke unterquert den Fjord mit einem Unterwassertunnel und auch unter Tromsø geht es durch Tunnels weiter. Hier gibt es im Tunnel sogar einen Kreisel!!. Da die weitere Strecke über den Pass nach Brennsholmen zur Fähre wegen einer Baustelle gesperrt ist, zieht sich mein Weg ganz gemütlich am Fjord entlang. Dort angekommen steht eine lange Schlange am Fähranleger. Uli, er ist heute morgen gut eine Stunde vor mir losgefahren, steht 7 Autos vor mir. Als die Fähre einläuft wird schnell klar, mit der kommen wir jetzt nicht mit. Also warten auf die Nächste in 2 Stunden. Als ich ein wenig spazieren gehe komme ich mit einem Finnischen Paar ins Gespräch. Sie haben 2 Huskys dabei. Als wir uns unterhalten zeigen sie mir Videos wie sie mit den Hunden Schlitten fahren. Die Zeit vergeht ruck zuck und als um 17:00 Uhr die Fähre kommt geht es weiter.

warten auf die Fähre

Da Uli im Moment den gleichen Reiseplan wie ich hat, fahren wir ein Stück gemeinsam. Auf Senja angekommen geht es wir als erstes nach Husøy, einem Fischerdorf auf einer kleinen Insel. Den Tip hat Uli von einem Norweger die Tage erhalten. Allein die Fahrt dort hin ist großartig. Über einen Gebirgspass und durch 2 Tunnels zieht sich die Straße zwischen den Bergen hindurch. Husøy ist jetzt nicht unbedingt die Fahrt wert, aber die Anfahrt ist spektakulär. 

Fischerdorf Husøy

Das Wetter hat inzwischen umgeschlagen. Es ist stark abgekühlt und sehr windig. Auf der Rückfahrt finden wir am Straßenrand eine Parkfläche wo wir für die Nacht bleiben. Inzwischen hat es auch angefangen zu regnen. Der Platz liegt an an einem See mit einer Schutzhütte. Als wir in die Schutzhütte gehen sind da schon 2 Holländer und 5 Finnische Mädels. Wir fragen, ob wir uns dazugesellen dürfen und sind herzlich willkommen. Die Mädels backen sich Pfannkuchen, die Holländer Brötchen und wir grillen eine Bratwurst am offenen Feuer. Es ist ein supergemütlicher lustiger Abend.

Donnerstag 03.08.2023, 32. Tag

Die Nacht war sehr unruhig. Starker Regen und Wind. Karsten schaukelte ganz schön und das geöffnete Fenster hat eine Windbö zugeschlagen. Heute Morgen ist noch windig aber der Regen ist weg. Nach dem Frühstück geht es nach Fjordgård. Dort will ich auf den Hesten steigen. Uli kommt auch noch mit und so fahren wir die vielleicht 5km Luftlinie Entfernung in ca. 45 Minuten um den Fjord herum. Es geht durch spektakuläre Tunnels. Kurz vor Fjordgård finden wir an den Resten einer alten Strasse einen Platz für die Wohnmobile und wandern von dort los. Im Ort angekommen zieht der Weg steil den Berg hoch. Nach 250hm sind wir über der Baumgrenze und weitere 100hm weiter geht es nur noch steil über Felsen den Berg hinauf. Der Untergrund zwischen den Felsen ist sehr staubig und sandig, dadurch ist es auch ziemlich rutschig. Der Wind ist sehr böig und wirbelt alles auf. Stellenweise auf allen vieren klettern wir bis zum letzten Felsmassiv vor dem Gipfel. Inzwischen ist der Wind so stark das ich öfter seitwärts treten muss um mich zu halten. Ich fühle mich unsicher und breche den Aufstieg ab. Uli hat hochalpine Klettererfahrung und klettert weiter. Ich kehre um und versuche von der anderen Seite des Felsmassivs den Aufstieg noch einmal. Da bietet sich mir das gleiche Bild, ich komme etwas höher aber die Bedingungen sind mir zu unsicher um weiterzugehen. Ich warte ca. eine halbe Stunde bis Uli vom Gipfel kommt. Es wäre schon eine sehr schwere Klettertour und alles ohne Sicherung. berichtet er. Unten angekommen geht Uli zurück zum Womo und ich wandere noch zum Segla hoch. Aber dort ist es natürlich nicht anders. Ich gehe bis zum Grat und den Gipfel lasse ich. Als ich an Karsten ankomme waren es 14km und 900hm. Es war eine sehr schöne Tour, leider ohne Gipfelglück. 

Wir stehen an der alten Strasse so gut, dass wir beschließen hier die Nacht zu bleiben. Als ich kurz nicht aufpasse fällt eine Tasse Kaffee auf den Teppich, Nachdem ich ihn ausgewaschen habe und  auf eine Wäscheleine zum trocknen hänge, trete ich in Hundekot🤬. Na super! Das braucht man wie Bauchweh!

Am Ortseingang ist ein Restaurant und wir gehen dort hin zum Abendessen. Ich hab mir vorgenommen wenigstens einmal in Norwegen Fisch zu essen, heute ist es soweit. Hier gibt es hausgemachte Fish and Chips für mich. 

Auf dem Rückweg zu Karsten regnet es, natürlich habe ich keine Regenjacke mit vorhin war ja Kaiserwetter🫣!

Freitag 04.08.2023, 33. Tag

So langsam muß ich mal zusehen das ich in Richtung Süden komme. Könnte mich hier oben deutlich länger aufhalten aber ich will ja auch noch etwas mehr sehen und erleben. Nachdem ich gefrühstückt habe fährt erst Uli in Richtung Lofoten und ich dann in Richtung Narvik weiter. So richtig Strecke mache ich irgendwie nicht. Ständig halte ich an um die Landschaft anzuschauen. Hinter jeder Kuppe, Kurve und Tunnel ist erneut ein Highlight zu sehen. Es hilft aber nichts, ich muss ja langsam mal weiter. Als es dann anfängt zu regnen ist es etwas leichter , ich bleibe nicht mehr überall stehen und so schaffe ich es um ca. 18:00 Uhr in Narvik zu sein. Ich laufe noch ein wenig durch das eine oder andere Geschäft um mal nach einer Jacke zu schauen, werde aber nicht fündig. Nach einer Stunde fahre ich und bleibe ca. 15km südlich an einem schönen Platz direkt am Fjord für die Nacht.

Samstag 05.08.2023, 34. Tag

Ich fahre weiter Richtung Bodø. Mein Ziel ist die FV17, die Helgelandskysten Landschaftsroute. Ohne mich wiederholen zu wollen, die Landschaften sind einfach wunderschön. Die Strecke führt durch die Berge und dann wieder am Fjord vorbei.

Gegen 18:00 Uhr erreiche ich die FV17 und wenige Kilometer später den Saltstraumen, den stärksten Gezeitenstrom der Welt. Naja…… als ich dahin komme ist da wirklich nicht viel. Das ist wohl das erste Mal, dass ich auf dieser Reise von etwas enttäuscht bin. Als ich über die Brücke laufe und an der anderen Seite am Fjordufer stehe fällt mir auf, das das Wasser welches eben noch langsam in den Fford geflossen ist sich überhaupt nicht bewegt. Nach ein oder zwei Minuten beginnt es leicht in die entgegengesetzte Richtung, zum Meer, zu strömen. Ich bin wohl gerade zum Gezeitenwechsel angekommen. Es ist unvorstellbar welche Strömung sich innerhalb der nächsten halben Stunde entwickelt. Man hat das Gefühl es hätte einer den riesigen Stöpsel gezogen und das Meer läuft gerade aus. Ich schaue mir das Schauspiel eine weitere Stunde an bis ich zurückgehe. Als ich weiterfahre ist es bereits 20:00 Uhr und der Weg führt wieder in die Berge hinauf. Eine Viertelstunde später finde ich an einem Bergsee abseits der Strasse einen Platz für die Nacht.

05082023_DJI_0122 -oelitours.de
Der Fjord läuft leer😉

Sonntag 06.08.2023, 35. Tag

07:30Uhr, erster Blick aus Karsten ….. blauer Himmel, Kaiserwetter🌞! Nach dem Morgenkaffee gehe ich schwimmen. Ich gebe zu, es kostet mich einiges an Überwindung!. Wir haben 13°C Außentemperatur und das Wasser in anders als warm …. es ist ein Bergsee🥶! 

06082023_IMG_1946-1 -oelitours.de
Kalt aber super!

Nach der heißen Dusche entscheide ich hier zu bleiben und eine Fahrpause einzulegen. Der See ist superschön, was will man mehr? Aber so ruhe- und rastlos wie ich nun mal bin, schaue ich gegen Mittag auf Google Maps, was sich in der näheren Umgebung unternehmen lässt. Ich entdecke einen Wasserfall, den Valnesfossen, unweit meines Stellplatzes. Ein Angler beschreibt mir den besten Weg und so wandere ich gegen 13:00 Uhr los. Der erste Kilometer zieht sich an der Strasse entlang. Als ich über eine Straßenbrücke laufe sehe ich die obere Kante des Wasserfalls. Sieht eigentlich unscheinbar aus, mal sehen wie er von der unten wirkt. Nach 4,5km stehe ich unten am Fuße des Valnesfossen und er ist schon mächtig hoch. Bestimmt 45m Fallhöhe. Ich bleibe dort eine Weile, esse etwas und laufe dann gemütlich zurück. Bei bestem Wetter komme nach 9,5km und 3,5h wieder an Karsten an. Verschwitzt wie ich bin gehe ich nochmal baden und am Abend noch ganz gemütlich am Seeufer gegrillt.

06082023_IMG_E1964 -oelitours.de
Valnesfossen
Cookie Consent mit Real Cookie Banner